https://www.faz.net/-gqe-9u1kn

Hyundai investiert : 15 Milliarden Euro für autonomes Fahren und Elektromobilität

Der „Hyundai Vision T“, ein SUV-Konzeptauto, wird auf der Automesse in Los Angeles präsentiert. Bild: AFP

Bis zum Jahr 2025 will Hyundai zu den größten Elektroauto-Herstellern aufschließen und viel Geld in autonomes Fahren stecken. Zudem möchte der Hersteller unabhängiger werden von China.

          2 Min.

          Der südkoreanische Autobauer Hyundai Motor setzt sich für die kommenden Jahre große Ziele: Hyundai will in den kommenden sechs Jahren 20 Billionen Won (15 Milliarden Euro) für neue Technik ausgeben, um den Wandel zu mehr elektrischen und autonom fahrenden Autos zu bewerkstelligen. Etwa die Hälfte der Summe will das Unternehmen für die Elektrifizierung der Autos ausgeben. 1,6 Billionen Won sollen in die Entwicklung selbstfahrender Autos gesteckt werden, kündigte Hyundai am Mittwoch in Seoul vor Investoren und Anteilseignern an.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          Zusammen mit Investitionen in neue Fahrzeuge und neue Fabriken beläuft sich das geplante Investitionsvolumen für die Jahre 2020 bis 2025 auf 61,1 Billionen Won (46 Milliarden Euro). Hyundai würde damit etwa 10 Billionen Won im Jahr investieren, nach 7,8 Billionen Won in diesem Jahr.

          Eines der großen Investitionsprojekte hatte der Autobauer schon vorab angekündigt. Hyundai wird für 1,55 Milliarden Dollar seine erste Fabrik in Indonesien bauen, um mit einer Wende Richtung Südostasien ein Gegengewicht zum großen chinesischen Markt zu schaffen. In China hat Hyundai in den vergangenen Jahren deutliche Verkaufseinbußen erlitten – als Folge eines politisch bedingten Boykotts chinesischer Verbraucher, aber auch aufgrund einer unzureichenden Modellanpassung an die Nachfrage. In Indonesien wird Hyundai vor allem mit den dominanten japanischen Anbietern konkurrieren. Bis 2030 will das Unternehmen dort 250.000 Autos im Jahr bauen.

          Strategische Neuausrichtung

          Der südkoreanische Marktführer, der mit seinen Marken Hyundai und Kia gemessen am Absatz Platz fünf in der Welt einnimmt, sieht den allgemeinen Investitionsplan als Teil einer strategischen Neuausrichtung. Hyundai will sich zum „Anbieter smarter Mobilitätsdienstleistungen“ entwickeln. Stichworte wie künstliche Intelligenz, persönliche Assistenten, vernetzte und selbstfahrende Autos unterscheiden sich nicht von den Neuausrichtungen der Konkurrenz. Es fehlen noch die Details, um besondere wettbewerbliche Vorteile der Südkoreaner zu erkennen.

          Die finanziellen Ziele steckt Hyundai dabei hoch. Bis 2025 will das Unternehmen seinen globalen Marktanteil von 4 auf 5 Prozent steigern und unter die führenden Anbieter von Elektroautos und Autos mit Brennstoffzellentechnik aufrücken. Die operative Gewinnmarge will Hyundai von 2,1 Prozent im vergangenen Jahr auf 8 Prozent treiben. Damit schlösse der Autobauer an die Besten der Konkurrenten an. Toyota Motor hatte im ersten Halbjahr eine Marge von 9,2 Prozent erreicht.

          Anleger an der Börse in Seoul sehen die großen Ziele noch nüchtern. Der Aktienkurs von Hyundai stieg am Mittwoch zeitweise um 2 Prozent, lag zum Tagesschluss aber nur noch 0,4 Prozent im Plus.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Gefahr durch Coronavirus : Keine Panik

          Es beruhigt, dass Deutschland auf Szenarien wie den Ausbruch des Coronavirus vorbereitet ist. Wenn aber nun nach jeder Hustenattacke die Notaufnahme angesteuert wird, stößt jeder noch so gut aufgestellte Krisenstab an seine Grenzen.
          Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin

          Industriellenfamilie : Die Reimanns stiften 250 Millionen Euro gegen Hass

          Die Industriellenfamilie Reimann stellt in den nächsten zehn Jahren 250 Millionen Euro für Initiativen bereit, die sich mit Ursachen und Folgen des Holocausts auseinandersetzen. Dahinter verbirgt sich eine kaum fassbare Geschichte.
          Die Moderatorin Susan Link vertritt den erkrankten Moderator Frank Plasberg in der WDR-Talkshow „Hart aber fair“. Hinter ihr die Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht, der CSU-Generalsekretär Markus Blume und die ARD-Börsenexpertin Anja Kohl (von links)

          TV-Kritik: „Hart aber fair“ : Aktien als Allheilmittel

          Die Deutschen sind ein Volk der Sparer. Doch in Zeiten von Negativzinsen muss man umdenken. Bei „Hart aber fair“ raten alle Gäste zu einer Lösung – bis auf Sahra Wagenknecht: Sie setzt auf ein Konzept, das viele als überholt ansehen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.