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Hypothekenkrise : Bafin schaut sich die Landesbank Sachsen an

  • Aktualisiert am

Bild: F.A.Z.

Die Aufsichtsbehörde Bafin nimmt nun auch die Landesbank Sachsen ins Visier. Nach Informationen der F.A.Z. ist die Bafin wegen einer 17,5 Milliarden Dollar schweren Zweckgesellschaft der ostdeutschen Landesbank hellhörig geworden.

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          Die Aufsichtsbehörde Bafin nimmt nun auch die Landesbank Sachsen ins Visier. Nach Informationen der F.A.Z. ist die Bafin wegen einer 17,5 Milliarden Dollar schweren Zweckgesellschaft der ostdeutschen Landesbank hellhörig geworden.

          „Derzeit gibt es Gespräche mit dem Vorstand, die sich bald konkretisieren werden“, heißt es in Finanzkreisen. Eine Sonderprüfung sei bislang noch nicht geplant. Eine Sprecherin der Bafin wollte dies nicht kommentieren. Allerdings bestätigte sie, dass die Zweckgesellschaft mit den Namen „Ormond Quay“ der Bafin „nicht unbekannt“ sei.

          82 Prozent des Portfolios sind Immobilienkredite

          Diese Zweckgesellschaft (Conduit) investiert nach Angaben der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) - ähnlich wie die „Rhineland Funding“ der in eine schwere Schieflage geratenen IKB Deutsche Industriebank - in langfristige Kreditanlagen und refinanziert diese durch kurzfristige Anleihen („Commercial Papers“). Im Juni dieses Jahres bestanden 82 Prozent des Portfolios der Ormond Quay aus Immobilienkrediten. Diese Gesellschaft hat nach den Worten eines Sprechers der Landesbank Sachsen aber nicht direkt in Kredite bonitätsschwacher Schuldner (“Subprime“) investiert.

          Außerdem lege die Gesellschaft ausschließlich in Papiere an, die mit der besten Bonitätsnote „AAA“ bewertet seien. Zu weiteren Details, etwa den derzeitigen Marktwerten oder der Refinanzierung der Gesellschaft, wollte er sich nicht äußern.

          „Ähnliches Risiko wie bei der IKB“

          Brisant ist, dass die Landesbank, die im Konzern über rund 1,5 Milliarden Euro Eigenkapital verfügt, in einer Analyse von S&P als einziger Liquiditätsspender der Ormond Quay aufgeführt wird, der für die 17,5 Milliarden Dollar vollständig geradestehen soll. Einen großen Teil davon hat die Bank angeblich durch Verkaufsvereinbarungen für die Vermögenswerte der Zweckgesellschaft abgesichert.

          Nach Angaben der Sachsen LB Europa, zu der Ormond Quay gehört, ist diese Zweckgesellschaft eine der größten der Welt. Zur Sachsen LB gehört noch ein zweites Conduit mit dem Namen „Georges Quay Funding I Limited“. Beide Gesellschaften zusammen verwalten ein Vermögen von mehr als 28 Milliarden Dollar. Nach einer dieser Zeitung vorliegenden Tabelle der Ratingagentur Moody's haben weitere Landesbanken ebenfalls derartige Zweckgesellschaften. Im Oktober vergangenen Jahres verwaltete die Bayern LB beispielsweise in ihrem „Giro Lion“ mehr als 7 Milliarden Dollar.

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