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Hypo Real Estate : Krisenbank-Manager klagen Gehalt ein

Auch Georg Funke ist unter den Klägern Bild: ddp

Drei frühere Manager der Krisenbank Hypo Real Estate pochen auf angeblich noch ausstehende Gehalts- und Pensionszahlungen, unten ihnen auch der ehemalige Vorstandschef. Ihre Bank steht am Rand des Ruins, aber die geschassten Vorstände scheuen sich nicht, nun Klage einzureichen, um ihr Geld zu bekommen.

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          Ihre Bank steht am Rand des Ruins, aber die geschassten Vorstände pochen trotzdem auf angeblich noch ausstehende Zahlungen. Was in Augen vieler Steuerzahler gewiss als Dreistigkeit gesehen wird, ist aber Tatsache: Drei Manager der Krisenbank Hypo Real Estate haben Klage eingereicht, darunter auch der ehemalige Vorstandsvorsitzende Georg Funke.

          Henning Peitsmeier
          Wirtschaftskorrespondent in München.

          In seinem Fall beläuft sich die Gehaltsforderung nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung auf stattliche 3,5 Millionen Euro. Der Eingang einer sogenannten Feststellungsklage wurde vom Landgericht München bestätigt. Funke, der sich bislang immer uneinsichtig an der Fast-Pleite des Immobilienfinanzierers gezeigt hat, verlangt die Weitergeltung seines Vertrages bis zum regulären Ablauf im September 2013 und die Aufrechterhaltung seiner Pensionsansprüche von 560.000 Euro im Jahr.

          Bank konnte nur mit Staatshilfe vor Pleite bewahrt werden

          Funkes früherer Finanzvorstand Markus Fell klagt ebenfalls gegen seinen Rauswurf. Fell kassierte damals ein Festgehalt von 450.000 Euro, hinzu sollen Boni kommen von geschätzten weiteren 450.000 Euro. Der Dritte im Bunde ist der frühere Vorstandskollege Frank Lamby, der beansprucht, dass ihm ein „Vergütungsanspruch“ von 37.500 Euro zustünde. Die HRE hatte die Manager im Dezember fristlos entlassen.

          Das schwer angeschlagene Institut mit einer Bilanzsumme von knapp 400 Milliarden Euro konnte bisher nur dank Staats- und Bankenhilfen von 102 Milliarden Euro vor der Pleite bewahrt werden und steht nun vor der Verstaatlichung.

          HRE arbeitet „an lückenloser Aufarbeitung“

          Die HRE ließ ihrerseits am Freitag verlauten, „mit höchster Priorität an einer lückenlosen Aufarbeitung der Vergangenheit“ zu arbeiten. Im Klartext: der HRE-Aufsichtsrat hat Ermittlungen eingeleitet, um Schadensersatzansprüche zu prüfen, wobei nach Aussage eines HRE-Sprechers hierzu aktuell noch keine Ergebnisse vorliegen. Obendrein laufen gegen die früheren Vorstände staatsanwaltschaftliche Ermittlungen, weil der Verdacht im Raum steht, sie könnten gegen das Wertpapierhandelsgesetz verstoßen haben.

          Das alles hat Funke, Fell und Lamby jedoch nicht davon abhalten können, selbst juristische Schritte einzuleiten. Funke hat sich bisher nur über seinen Anwalt geäußert. In München ist zu hören, dass er mittlerweile seine gerade erst fertiggestellte Villa im vornehmen Stadtteil Bogenhausen zum Verkauf anbietet: für knapp 8 Millionen Euro.

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