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Hypo Real Estate : Das Kaufangebot des Bundes gilt

  • Aktualisiert am

Die Frage, wer die HRE-Übernahme bezahlt, ist geklärt Bild: dpa

Die Finanzaufsicht Bafin hat das Übernahmeangebot des Bundes an die Aktionäre der Hypo Real Estate (HRE) in Höhe von 1,39 Euro pro Aktie genehmigt. Heute beginnt die Annahmefrist. Der Bund will alle Anteile kaufen.

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          Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) hat das Übernahmeangebot des Bundes an die Aktionäre der Hypo Real Estate (HRE) in Höhe von 1,39 Euro pro Aktie genehmigt. Das teilte der Finanzmarktstabilisierungsfonds (Soffin) in Berlin mit. Nach der am Donnerstag erteilten Genehmigung beginnt an diesem Freitag die Annahmefrist, die zwei Wochen bis zum 4. Mai läuft.

          Der Preis beinhalte eine Prämie von rund 10 Prozent auf den gesetzlichen Mindestpreis von 1,26 Euro, schreibt der Soffin in seiner Mitteilung. Angestrebt wird der Erwerb von 100 Prozent der Anteile, eine Mindestannahmeschwelle existiert nicht. Die Höhe des Angebots war in der Woche vor Ostern bekanntgeworden (Übernahmeangebot: Bund bietet 1,39 Euro pro HRE-Aktie ).

          Mit der Übernahme der HRE sollen bereits geleistete Staatshilfen von mehr als 100 Milliarden Euro abgesichert werden. Die HRE war im Zuge der Finanzkrise in große Schwierigkeiten geraten. Ein Kollaps der Bank würde nach Einschätzung der Regierung zu Erschütterungen im Finanzsystem und zu Schwierigkeiten ganzer Staaten führen.

          Die HRE ist einer der größten Pfandbrief-Emittenten in Deutschland. Sie hat über 88 Milliarden Euro an Pfandbriefen im Umlauf, deckt also mehr als zehn Prozent des gesamten deutschen Marktes ab. Auch im Derivatehandel ist die HRE ein signifikanter Marktteilnehmer: Ende 2008 hatte das Derivatebuch ein Volumen von nominal 900 Milliarden Euro, wie aus der Angebotsunterlage hervorgeht. Ende des vergangenen Jahres wurden zudem 47 Milliarden Euro an unbesicherten Anleihen von Investoren gehalten. Die HRE wird mit 102 Milliarden Euro Garantien künstlich am Leben gehalten. Rund die Hälfte der Summe kommt vom Bund, den Rest stellten andere Banken zur Verfügung.

          Enteigung als letzter Schritt

          Sollten die Aktionäre nicht auf das Angebot eingehen, will der Bund die Bank verstaatlichen - dann aber zum gesetzlichen Mindestpreis von 1,26 Euro. Fraglich ist vor allem, ob der Großaktionär J.C. Flowers seinen Anteil von knapp 22 Prozent freiwillig abgibt.

          Bisher bleibt Flowers im Streit mit dem Bund hart. Flowers werde sich das vorgelegte Übernahmeangebot für die HRE-Aktien ansehen, sagte ein Sprecher am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in München. „Wir prüfen alle Optionen.“ Es gebe aber weiterhin die Präferenz, im Unternehmen zu bleiben. Auch rechtliche Schritte würden derzeit geprüft.

          Der Mindestpreis ergibt sich aus dem Finanzmarktstabilisierungsergänzungsgesetz, das am 9. April in Kraft getreten ist und den durchschnittlichen inländischen Börsenkurs im Zeitraum vom 1. bis zum 15. Februar 2009 als maßgeblichen Preis festsetzt, teilt der Soffin weiter mit. „Wir halten den Preis von 1,39 Euro vor dem Hintergrund der dramatischen Lage der Hypo Real Estate Holding AG für attraktiv. Die Prämie von 10 Prozent zusätzlich zum gesetzlich vorgegebenen Preis bieten wir an, um den angestrebten 100-prozentigen Rettungserwerb im Rahmen der privatrechtlich gegebenen Möglichkeiten zum Erfolg zu bringen und darüber hinausgehende Maßnahmen zu verhindern. Die zügige Durchführung liegt im Interesse aller, des Finanzmarktes, des Unternehmens, seiner Mitarbeiter und Kunden“, sagt Hannes Rehm, Sprecher des Leitungsausschusses des Soffin.

          Der Soffin strebt mit seinem Übernahmeangebot die vollständige Kontrolle der Hypo Real Estate Holding AG an. „Nur so können die für die Stabilisierung der HRE-Gruppe und damit letztlich für die Stabilität des Finanzmarktes erforderlichen Maßnahmen rechtssicher, nachhaltig, kosteneffizient und zeitnah umgesetzt werden“, erklärt der Soffin.

          (Lesen Sie auch Zukunft der HRE: Die wichtigsten Fragen und Antworten)

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