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Hypo Alpe Adria : Krisenbank braucht schon wieder Milliardenhilfe

  • Aktualisiert am

Die Krisenbank macht abermals Schlagzeilen: Hypo Alpe Adria Bild: AP

Angesichts schwindender Eigenmittel braucht die notverstaatlichte Hypo Alpe Adria schon wieder eine Geldspritze. Dabei hat das Debakel um die ehemalige Bayern-LB-Tochtergesellschaft den Freistaat Bayern schon 3,7 Milliarden gekostet.

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          Die österreichische Krisenbank Hypo Alpe Adria braucht weitere Staatshilfen. Die ehemalige Bayern-LB-Tochtergesellschaft könne die Kapitalvorschriften der Aufseher per Ende November nicht mehr aus eigener Kraft erfüllen, teilte das Institut mit. Es gebe daher schon „finale Gespräche“ über weitere Staatshilfen.

          Die EU hatte für die Bank im September im Voraus weitere Hilfen von 5,4 Milliarden Euro bis 2017 genehmigt. Wie viel Geld die Bank nun noch im laufenden Jahr benötigt, ließ ein Sprecher offen. Einem Bericht der österreichischen Nachrichtenagentur APA zufolge werde aber von rund einer Milliarde Euro ausgegangen.

          Auslöser für die Finanzlücke seien Neubewertungen im Zuge des bevorstehenden Jahresabschlusses. Diese hatten bereits zum Halbjahr ein Loch in die Hypo-Bilanz gerissen und eine staatliche Geldspritze von 700 Millionen Euro notwendig gemacht.

          Ehemalige Vorstände müssen vor Gericht

          Österreich hatte die Hypo Alpe Adria während der Finanzkrise verstaatlicht, um sie vor dem Kollaps zu bewahren. Seither lastet die Bank auf dem Staatsbudget. Nun soll das Institut in Teilen verkauft und - wo das nicht möglich ist - abgewickelt werden.

          Bisher hat das Debakel um die Hypo Alpe Adria Österreich rund 3,8 Milliarden Euro gekostet, die bayerischen Steuerzahler belastete der Fehlkauf mit 3,7 Milliarden Euro. Der frühere Bayern-LB-Chef Werner Schmidt und sechs weitere ehemalige Vorstände wurden inzwischen wegen Untreue angeklagt und müssen demnächst vor Gericht.

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