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Tilo Berlin : 26 Monate Haft für Ex-Hypo-Chef

  • Aktualisiert am

Tilo Berlin Bild: dpa

Der Beinahe-Zusammenbruch der Hypo Alpe Adria hat den Steuerzahler Milliarden gekostet. Jetzt wurde der ehemalige Vorstand Tilo Berlin zu einer Haftstrafe von 26 Monaten verurteilt.

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          Im Untreue-Prozess gegen ehemalige Top-Manager der österreichischen Krisenbank Hypo Alpe Adria ist Ex-Vorstand Tilo Berlin zu 26 Monaten Haft verurteilt worden. Das Landgericht Klagenfurt sah es als erwiesen an, dass der Ex-Manager die Bank durch Nebenvereinbarungen mit Investoren geschädigt hat. Dabei ging es um die Ausgabe von Vorzugsaktien, deren Rückkauf den Investoren versprochen wurde. Auch die Ausschüttung einer Sonderdividende in Höhe von 2,5 Millionen Euro sei nicht rechtens gewesen, stellte das Gericht am späten Dienstagabend fest. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Die Verteidigung kündigte Berufung an.

          Berlin und anderen Bankmanagern wurde vorgeworfen, beim Verkauf der Hypo Alpe Adria an die Bayern LB wichtige Informationen über die Kapitalausstattung des österreichischen Instituts verschwiegen zu haben. Ende Februar waren bereits drei andere Ex-Hypo-Vorstände zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Berlin konnte damals aus gesundheitlichen Gründen jedoch nicht erscheinen.

          Die Hypo Alpe Adria hatte vor dem Verkauf an die Bayern LB Vorzugsaktien begeben, um ihre dünne Eigenkapitaldecke aufzupolstern. Damit sich diese Vorzugsaktien leichter verkaufen, hatte die Kärntner Bank den Investoren Put-Optionen eingeräumt: Sie konnten die Papiere jederzeit wieder an die Bank zurückverkaufen. Diese Nebenabsprache sei jedoch geheim gehalten worden, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft.

          Der Aktiendeal im Wert von mehr als 100 Millionen Euro war als Eigenkapital ausgewiesen worden. Dies könnte auch eine Rolle bei der Beurteilung der Lage der Hypo Alpe Adria vor dem Kauf durch die Bayern LB im Jahr 2007 spielen. Österreich als Besitzer der 2009 zurückgekauften und notverstaatlichten Bank und die Bayern LB streiten sich vor mehreren Gerichten, ob sie vom jeweiligen Vorbesitzer getäuscht worden waren.

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