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Hurrikan „Irma“ : Großschaden für Versicherungen

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Mit bis zu 210 Kilometer pro Stunde fegt „Irma“ über Florida hinweg – und hinterlässt viel Schaden. Bild: AP

Versicherungsexperten gehen davon aus, dass „Irma“ allein in Florida Dutzende Milliarden Dollar kosten könnte. Wie sehr trifft der Sturm die Münchner Rück?

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          Wirbelsturm „Irma“ wird nach Einschätzung der Münchener Rück hohe Kosten für Florida und die Versicherungsbranche verursachen. „Irma“ sei sicher für beide Seiten ein Großschadensereignis, sagte Münchener-Rück-Vorstand Torsten Jeworrek am Sonntag in Monte Carlo. Sein Konzern sei allerdings in Florida nicht so stark engagiert. In Monte Carlo treffen Rückversicherer, Makler und Kunden einmal im Jahr zusammen, um die Konditionen für die Erneuerung eines großen Teils der Rückversicherungsverträge im traditionellen Schadens- und Unfallgeschäft zum Jahreswechsel vorzubesprechen.

          „Irma“ ist am Sonntag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 210 Kilometern pro Stunde über Südflorida hinweggezogen. Der Hurrikan brachte zunächst der Inselkette der Florida Keys Starksturm und -regen. Zuvor hatte „Irma“ – der stärkste je gemessene Atlantik-Sturm – Karibikinseln verwüstet und dort mindestens 25 Menschen das Leben gekostet.

          Experten gingen davon aus, dass Sturm und Überschwemmungen massive Schäden anrichten werden. Die Versicherer stellten sich auf ein Volumen von 15 bis 50 Milliarden Dollar ein. „Einen so katastrophalen Sturm hat unser Bundesstaat noch nie erlebt“, sagte Floridas Gouverneur Rick Scott.

          Rückversicherer leiden seit Jahren unter fallenden Preisen

          Erst wenige Tage zuvor hatte Hurrikan „Harvey“ über Texas gewütet. Die Münchener Rück schätzt die versicherten Schäden für die Branche auf 20 bis 30 Milliarden Dollar. Experten sprachen von wirtschaftlichen Schäden, die mehr als 100 Milliarden Dollar betragen könnten. In der texanischen Millionen-Metropole Houston hat „Harvey“ vor allem durch Überschwemmung große Zerstörung angerichtet.

          MÜNCH. RÜCK

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          Bei dem Treffen der Branche in Monte Carlo dürften die jüngsten Stürme Experten zufolge bei der Prämiengestaltung eine wichtige Rolle spielen. Ob die Versicherer und Rückversicherer nach einer längeren Zeit mit niedrigen Prämien demnächst Preiserhöhungen durchzusetzen können, hängt auch vom Verlauf der Hurrikan-Saison ab. Die Ratingagenturen S&P und Moody’s erwarten für 2018 einen Rückgang der Prämien um bis zu fünf Prozent, der Konkurrent Fitch rechnet mit einem Minus von bis zu 7,5 Prozent.

          Die Rückversicherer leiden seit Jahren unter fallenden Preisen. Zum einen drängt neue Konkurrenz in den Markt: Hedgefonds und andere finanzkräftige Kapitalgeber, die sich im Niedrigzinsumfeld mit niedrigeren Renditen zufriedengeben als die auf ihr Risiko bedachten Rückversicherer. Zum anderen gab es länger keine für die Branche kostspieligen Naturkatastrophen mehr, so dass viele Erstversicherer glauben, mehr Risiko selbst tragen zu können. Auch im ersten Halbjahr 2017 blieben die Schäden unter dem langjährigen Durchschnitt.

          Die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft Aktiengesellschaft ist eine von dreißig Dax-Unternehmen und gilt in der Rückversicherungsbranche als ein weltweit führendes Unternehmen.

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