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Mode : Boss-Chef muss gehen

  • Aktualisiert am

Claus-Dietrich Lahrs Bild: dpa

Bei Hugo Boss läuft es schon länger nicht mehr rund. Kurz nach einer neuen Gewinnwarnung verlässt nun Unternehmenschef Claus-Dietrich Lahrs den kriselnden Modekonzern. Auf den Nachfolger wartet viel Arbeit.

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          Hugo-Boss-Chef Claus-Dietrich Lahrs packt seine Sachen. Nur wenige Tage nach einer erneuten Gewinnwarnung und dem damit einhergehenden Absturz der Aktie verkündete der schwäbische Modekonzern am Donnerstag das vorzeitige Ausscheiden des Spitzenmanagers.

          Lahrs werde ab dem 29. Februar dem Vorstand nicht mehr angehören, teilte der MDax-Konzern mit. Darauf hätten sich der Personalausschuss des Aufsichtsrats und Lahrs einvernehmlich geeinigt. Der Vertrag des 52-Jährigen sollte eigentlich bis Mitte 2018 laufen.

          Bis ein Nachfolger für Lahrs gefunden ist, sollen die verbliebenen Vorstandsmitglieder die Geschäfte führen. Das sind derzeit Mark Langer für Finanzen, Personal und Logistik sowie Christoph Auhagen für Markenmanagement, Beschaffung und Produktion. Komplettieren soll die Vorstandsriege zum 1. März Bernd Hake, der dann das neue geschaffene Ressort für Vertrieb und den Einzelhandel verantworten soll.

          Der Hugo-Boss-Aktie gab die Neuigkeit nur kurzfristig Auftrieb. In den vergangenen beiden Tagen hatten die Titel gehörig verloren - in der Spitze war der Kurs um fast 30 Prozent eingebrochen.

          Hugo Boss hatte am Dienstag überraschend mitgeteilt, dass der operative Gewinn im laufenden Jahr um mindestens 10 Prozent zurückgehen wird. Hintergrund seien notwendige Investitionen in die Marke, hieß es.

          Der Konzern kämpft derzeit mit Problemen an mehreren Fronten: In China bleiben die Kunden aus, was der Modehersteller mit der schlechten Konsumstimmung in dem Land begründet. Deshalb will Hugo Boss nun auch die Preise in Asien senken, denn dort kosten Anzüge des Edelschneiders derzeit noch einiges mehr als hierzulande.

          In den Vereinigten Staaten wiederum setzt den Schwaben der harte Preiskampf im Textilhandel zu, weshalb sie bei den Vertriebspartnern für die Kernmarke Boss selektiver vorgehen wollen. Genaueres zur Strategie will der Konzern bei seiner Bilanzvorlage am 10. März mitteilen.

          Lahrs steht seit fast acht Jahren an der Spitze von Hugo Boss. Im August 2008 wurde er von dem damaligen Großaktionär Permira nach Metzingen geholt, um Hugo Boss profitabler und wettbewerbsfähiger zu machen. Der gebürtige Bielefelder hatte zuvor bereits Erfahrungen bei Luxusmarken wie Cartier oder Dior gesammelt.

          Bei Hugo Boss hatte Lahrs über viele Jahre Erfolg. Unter seiner Führung baute der Konzern das Netz mit eigenen Läden aus und nahm wichtige Auslandsmärkte wie Asien und Amerika stärker ins Visier. Auch die Damenmodesparte brachte Lahrs voran. Doch in den vergangenen zwei Jahren musste der Vorstand immer wieder bei den eigenen Zielen zurückrudern.

          Das Sagen bei Hugo Boss hat inzwischen nicht mehr Permira. Der Finanzinvestor hatte sich im März vergangenen Jahres aus dem Unternehmen zurückgezogen. Inzwischen ist die Textil-Familie Marzotto mit knapp 8 Prozent der Stimmen größter Anteilseigner des börsennotierten Unternehmens.

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