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Hubbert würde den VDA leiten : „Mister Mercedes“ steht bereit

Jürgen Hubbert würde das Steuer beim VDA übernehmen Bild: dpa/dpaweb

Die Zeit drängt: Im September startet die Automesse IAA, und der Branchenverband VDA hat noch immer keinen Präsidenten. Nach F.A.Z.-Informationen steht der frühere Mercedes-Chef Hubbert als Interimspräsident bereit.

          Der frühere Mercedes-Chef Jürgen Hubbert steht dem Verband der Automobilindustrie (VDA) als neuer Präsident zur Verfügung.

          Henning Peitsmeier

          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Am kommenden Montag treffen sich die drei Vizepräsidenten und die 14 weiteren Vorstandsmitglieder zu einer Sondersitzung in Berlin, um den neuen VDA-Präsidenten zu wählen. Sollte kein anderer Kandidat mehrheitsfähig sein, wäre Hubbert als Interimspräsident bereit, den Autoverband zu führen, war aus Kreisen der VDA-Mitglieder zu erfahren.

          Führungsvakuum zur IAA befürchtet

          Hubberts Bereitschaft hilft dem VDA aus einer Notlage, denn nach dem überraschenden Rücktritt von Amtsinhaber Bernd Gottschalk vor zwei Wochen hatte der einzige Kandidat, der frühere BMW-Vorstandsvorsitzende Helmut Panke, die Nachfolge abgelehnt.

          Die Zeit drängt: Im September veranstaltet der VDA in Franfurt die weltgrößte Automesse IAA. Und ein langes Vakuum an der Spitze kann sich Deutschlands Autoindustrie auch aufgrund der aktuellen Klimaschutzdebatte nicht leisten.

          Hohes Ansehen auch bei den Zulieferern

          Nun hat Daimler-Chrysler-Chef und VDA-Vizepräsident Dieter Zetsche, der als Vertreter der einflussreichen Autohersteller das größte Gewicht im VDA-Präsidium hat, bei seinem früheren Mercedes-Kollegen ein offenes Ohr gefunden.

          Hubbert ist schon allein wegen seines Alters von 68 Jahren eine Übergangslösung. Allerdings genießt der in der Branche noch als „Mister Mercedes“ wohlbekannte Ingenieur auch bei den Autozulieferern hohes Ansehen. „Das ist wichtig, denn die Zulieferer fühlen sich von den Herstellern im Verband manchmal an die Wand gedrückt“, sagte ein Automanager der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Besondere Nähe zwischen VDA und Daimler-Chrysler

          Der VDA vertritt die Interessen von mehr als 500 Unternehmen der Auto- und Zulieferindustrie mit rund 750.000 Beschäftigten, tonangebend sind jedoch die Automobilhersteller und hier insbesondere Daimler-Chrysler, BMW und Volkswagen, die auch die höchsten Mitgliedsbeiträge entrichten. Gegen ihr Votum wäre kein VDA-Präsident durchsetzbar, heißt es.

          Offiziell wird der Präsident vom 18 Mitglieder zählenden Vorstand gewählt, dem auch die drei Vizepräsidenten Dieter Zetsche von Daimler-Chrysler, Bernard Krone, Geschäftsführer des Nutzfahrzeug- und Landmaschinenherstellers Krone sowie Helmut Kostal, Geschäftsführer des Automobilzulieferers Leopold Kostal GmbH angehören.

          Sollte Hubbert am Montag gewählt werden, würde er die besondere Nähe zwischen VDA und Daimler-Chrysler fortsetzen. Schon der bisherige VDA-Präsident Gottschalk kam aus dem Hause Daimler und war dort bis 1996 Vorstand der Lastwagenspart. Er stand zehn Jahre an der Spitze des VDA.

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