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Neues Angebot : Sechs Monate Elternurlaub, voll bezahlt

Elternzeit nehmen längst auch viele Väter. Bild: dpa

Wer für das Unternehmen HPE arbeitet, kann ein paar Monate ohne Geldsorgen mit seinem Baby genießen. Die Führung glaubt, dass sich das auszahlt.

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          Das IT-Unternehmen Hewlett Packard Enterprise (HPE) gewährt seinen Beschäftigten ab sofort einen besonderen Elternurlaub:  Bei voller Bezahlung kann jede Mutter und jeder Vater innerhalb von zwölf Monaten nach der Geburt ihres Kindes ein halbes Jahr Pause einlegen und anschließend trotzdem noch die staatlichen Elternzeit-Leistungen in Anspruch nehmen.  „Das ist eine riesige Investition. Aber für uns steht außer Frage, dass sie sich auszahlen wird“, erklärt Ernst Reichart, der Personalgeschäftsführer von HPE in Deutschland im Gespräch mit der F.A.Z.: „Zufriedene Menschen sind kreativer, produktiver und leistungsfreudiger.“

          Susanne Preuß

          Wirtschaftskorrespondentin in Stuttgart.

           Aktuell sind es in Deutschland rund 30 HPE-Mitarbeiter, die von dem Angebot profitieren werden, berichtet Reichart – wobei er nicht sicher sein kann, dass er alle Anspruchsberechtigten schon kennt. Erstens erfährt das Unternehmen gerade von werdenden Vätern erst spät von einer Schwangerschaft. Der Elternurlaub wird außerdem auch im Fall von Adoptionen gewährt und er gilt auch in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften. Voraussetzung ist lediglich, dass die Mitarbeiter bis zum Beginn des Elternurlaubs schon mindestens zwölf Monate bei HPE beschäftigt sind, und sie müssen den Urlaub im ersten Lebensjahr des Kindes nehmen.

          Der Elternurlaub, der in diesem Umfang ein einzigartiges Angebot sein dürfte, ist Teil einer globalen Initiative von Hewlett Packard Enterprise zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Dazu gehören weitere Maßnahmen wie etwa Teilzeitmöglichkeiten und Unterstützung nach einer längeren Pause im Beruf, aber auch ein bezahlter freier Freitagnachmittag pro Monat. Bei HPE in Deutschland ist es der zweite Freitag im Monat, an dem praktisch keine Mails im Postfach landen, weil die Arbeit weitgehend ruht. Somit muss niemand Angst haben, etwas zu verpassen, lautet die Logik hinter diesem „Wellness-Freitag“.

          Bei all dem weiß die HPE-Belegschaft den Konzernchef hinter sich. „Ich hoffe, dass meine CEO-Laufbahn nicht nur an der Aktionärsrendite gemessen wird, sondern auch an unserer Kultur und an dem Team, das wir aufgebaut haben“, wird Antonio Neri, der seit bald zwei Jahren HPE führt, in einer Mitteilung des Unternehmens zitiert. Er sieht sich damit wiederum in der Tradition der Gründer Bill Hewlett und David Packard, die von Beginn an für eine spezielle Unternehmenskultur bekannt waren.

          „Wollen auch, dass sie Karriere machen“

          Dabei ist der noch existierende Drucker-Hersteller Hewlett-Packard nur ein Teil des von ihnen gegründeten Unternehmens. HPE ist der Name des größeren Konzernteils, der 2015 abgespalten wurde. HPE beschäftigt  60.000 Mitarbeiter (davon 2100 in Deutschland) im IT-Geschäft mit Unternehmenskunden.

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