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HP-Chef Léo Apotheker : Der Neu-Kalifornier vor dem ersten großen Auftritt

Vokabeln gelernt: Leo Apotheker fühlt sich wohl in Kalifornien Bild: dpa

Die Erwartungshaltung ist groß: Leo Apotheker wird am Montag seinen ersten großen öffentlichen Auftritt als HP-Chef haben und will seine künftige Strategie für das Unternehmen präsentieren. Der Weltbürger gibt sich kalifornisch gelassen.

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          Léo Apotheker ist ein Weltbürger: Geboren in Aachen als Sohn polnischer Eltern, aufgewachsen in Belgien, Studium in Jerusalem, dann viele Jahre in Deutschland im Management des Softwarekonzerns SAP, aber mit Wohnsitz in Paris. Als er im November seinen Posten als Vorstandsvorsitzender des amerikanischen Technologiekonzerns Hewlett-Packard (HP) antrat, ging er erst einmal auf eine ausgiebige Welttournee - und besuchte Niederlassungen in Europa, Amerika und Asien.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Jetzt aber hat sich der 57 Jahre alte Apotheker, der fünf Sprachen fließend spricht, in Kalifornien in der Nähe der HP-Zentrale in Palo Alto niedergelassen und sich offenbar sehr schnell mit seiner neuen Heimat identifiziert: „Ich betrachte mich jetzt als Kalifornier“, sagte er gerade in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg. Er habe sich sogar schon den lässigen Westküstenslang angewöhnt und verwende jetzt Wörter wie „cool“ oder „awesome“ („toll“), fügte er im Scherz hinzu.

          Die Frage, wo sich Léo Apotheker aufhält, ist in der Branche in den vergangenen Monaten oft ernsthaft gestellt worden. Seit seinem Amtsantritt ist Apotheker öffentlich kaum in Erscheinung getreten. Er nahm an zwei Telefonkonferenzen bei der Vorlage von Quartalszahlen teil und gab ein paar wenige Interviews, darüber hinaus hielt er sich von der Öffentlichkeit fern. Larry Ellison vom HP-Rivalen Oracle hat das Rätselraten um Apothekers Aufenthaltsort sogar zu einer Seifenoper inszeniert. Er unterstellte Apotheker, sich von der HP-Zentrale fernzuhalten, um damit eine Vorladung in einem Industriespionageprozess zu vermeiden, in dem sich Oracle und SAP im November gegenüberstanden. Apotheker ließ sich davon nicht provozieren und sagte nicht im Gericht aus; sein früherer Arbeitgeber SAP verlor aber den Prozess.

          Die Erwartungshaltung ist groß

          Am kommenden Montag soll Schluss sein mit Apothekers Zurückhaltung. Apotheker wird in San Francisco seinen ersten großen öffentlichen Auftritt als HP-Chef haben und will seine künftige Strategie für das Unternehmen präsentieren. Bislang hat Apotheker bei Fragen nach der Ausrichtung von HP auf diese Veranstaltung vertröstet, entsprechend groß ist nun die Erwartungshaltung, dass er konkrete Ideen präsentiert.

          Einige kleinere Andeutungen hat er aber schon gemacht: So will er das Softwaregeschäft ausbauen, wo HP noch recht schwach dasteht. Daneben hat er mehr Investitionen in Forschung und Entwicklung in Aussicht gestellt - womit er sich von seinem Vorgänger Mark Hurd abheben würde, dem vorgeworfen wurde, hier zu sehr gespart zu haben. In dem Bloomberg-Interview sagte Apotheker: „Wir haben genug Kosten gesenkt“, was man durchaus als Seitenhieb auf Hurd verstehen konnte.

          Die Ära unter Hurd, der über eine Affäre um gefälschte Spesenabrechnungen gestolpert war, war von massiven Kostenreduzierungen und einer Serie von Großakquisitionen geprägt. Damit kam Hurd auch lange an den Finanzmärkten gut an, und er lieferte gute Ergebnisse. Mit dem jüngsten Quartalsbericht im Februar sorgte HP aber für eine Enttäuschung und offenbarte erhebliche Schwachstellen, unter anderem im Dienstleistungsgeschäft. Das dürfte Apotheker nach seiner kurzen Zeit im Amt kaum persönlich anzukreiden sein. Aber der Druck ist dadurch umso größer geworden, am Montag mit seiner Strategie zu überzeugen.

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