https://www.faz.net/-gqe-7p99y

Hohe Auflagen für Fusion von E-Plus und Telefónica : Monopolkommission fordert mehr Wettbewerb im Mobilfunk

Bild: dpa

Wettbewerbsökonomen sehen die geplante Übernahme von E-Plus durch Telefónica Deutschland (O2) kritisch. Damit der Wettbewerb auch nach der Fusion funktioniere, müsse sichergestellt werden, dass es in Deutschland weiterhin vier Anbieter auf dem Mobilfunkmarkt gebe.

          Die deutsche Monopolkommission erwartet von der Europäischen Kommission sehr weitgehende Auflagen für die geplante Übernahme von E-Plus durch Telefónica Deutschland (O2), damit der Wettbewerb keinen Schaden nimmt. Dazu müsse es auch nach der Fusion vier Anbieter auf dem deutschen Mobilfunkmarkt geben, sagte ihr Vorsitzender Daniel Zimmer der F.A.Z.

          Helmut Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Mit abstrakten Zugeständnissen und Angeboten sei es dabei nicht getan. Nach Auffassung der Monopolkommission müssten die Brüsseler Kartellwächter ihre Freigabe an die Bedingung knüpfen, dass Telefónica einen Käufer präsentiert, der „einen wesentlichen Teil der Geschäftsaktivitäten“ übernimmt. „Bevor der Zusammenschluss vollzogen werden kann, müsste garantiert sein, dass dieser Erwerber als neuer vierter Anbieter auftreten kann“, meinte Zimmer. Der Verengung des Marktes auf drei etwa gleich große Anbieter steht die Monopolkommission schon deshalb sehr kritisch gegenüber, weil mit E-Plus ausgerechnet das Unternehmen verschwinden würde, das den Markt bisher am stärksten aufgemischt hat. Auch in der Kommission gibt es Bedenken. Sie hatte deshalb schon im Dezember eine vertiefende Prüfung der Übernahme eingeleitet, die sich Telefónica 8,6 Milliarden Euro kosten lassen will. Durch den Zusammenschluss entstünde der nach Kundenzahlen größte deutsche Mobilfunkanbieter. Eine Entscheidung soll bis zum 23. Juni fallen.

          Ein erstes Paket von Zugeständnissen, mit dem Telefónica im April auf die Kommission zugegangen war, reichte den Wettbewerbshütern nicht aus. Inzwischen hat der Konzern sein Angebot nach Angaben eines Sprechers „nachjustiert“. Zum Inhalt äußerten sich weder die Kommission noch die beteiligten Unternehmen. Erwartet wird, dass das fusionierte Unternehmen einen Teil seiner Funkfrequenzen wird abgeben müssen. Die Marke „E-Plus“ wird nach einer Fusion wohl endgültig vom Markt verschwinden. Für Vertragskunden bliebe es dann bei der Marke „Base“. Auch das sich teils überlappende Angebot an Prepaid-Marken müsste neu zugeschnitten werden, hieß es aus Unternehmenskreisen. Eine endgültige Entscheidung über das künftige Markenportfolio steht allerdings noch aus. „Dafür ist es zu früh. Wir stecken noch mitten im Freigabeverfahren“, sagte ein Sprecher.

          Weitere Themen

          Pilotenheld kritisiert Boeing Video-Seite öffnen

          „Sully“ schlägt Alarm : Pilotenheld kritisiert Boeing

          Mehrere Piloten fordern den US-Flugzeugbauer Boeing auf, Piloten besser zu schulen, bevor die Flieger vom Unglückstyp 737 Max nach zwei Abstürzen mit hunderten Toten wieder fliegen dürfen. Die von Boeing angebotenen Schulungen reichten nicht aus, sagt unter anderem Chesley "Sully" Sullenberger. Er schrieb mit der geglückten Notlandung mit einem Airbus auf dem Hudson in New York 2009 Geschichte.

          Topmeldungen

          Abstimmung bei einer Landesmitgliederversammlung der Grünen in Hamburg im April 2019

          An der Grenze der Möglichkeiten : So viele Grüne wie nie

          Die Grünen stehen derzeit weit oben in der Wählergunst – und das schlägt sich auch in der Mitgliederzahl nieder. Immer mehr Menschen wollen Mitglieder der Partei werden. Doch das bringt die Organisation an ihre Grenzen.

          Nach Eurofighter-Absturz : CDU verteidigt Luftkampfübungen

          Die Bundeswehr müsse dort üben, wo sie im Ernstfall auch eingesetzt wird, sagt CDU-Verteidigungsfachmann Henning Otte. Ein AfD-Abgeordneter macht sich derweil über die Bundeswehr lustig.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.