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Anlagegeschäft : Der Staat verdrängt private Glasfaserkabel-Investoren

Arbeit am Verteilerkasten: Bislang fließen die Fördermittel schleppend ab. Bild: dpa

Das Glasfaser-Geschäft wird zum Dorado für kapitalkräftige Anleger. Die große Nachfrage verspricht eine sichere, verlässliche Investition. Eine Ausweitung der staatlichen Förderpolitik könnte manche Pläne durchkreuzen.

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          In Liederbach kommen bald die Bagger. „Im Frühjahr könnten die ersten Glasfaserleitungen verlegt werden“, sagt Thomas Wild, Geschäftsführer der Titan Networks. Der regionale Netzbetreiber will die Gemeinde im hessischen Main-Taunus-Kreis mit Gigabit-Internet versorgen. Glasfaser bis in die Häuser und Wohnungen (FTTH) soll Surfen in Höchstgeschwindigkeit ermöglichen. Das Projekt wird viele Millionen verschlingen – und die kann und will der kleine Regionalanbieter nicht im Alleingang stemmen. Titan Networks möchte sich deshalb mit einem Finanzinvestor zusammentun. Wenn alles glattgeht, soll Primevest Capital Partners als Geldgeber dabei sein, ein von Utrecht und Berlin aus geführter Fonds mit einem verwalteten Vermögen von rund 1,5 Milliarden Euro. „Primevest finanziert die passive Infrastruktur und wird der Eigentümer. Wir pachten das Netz, betreiben es und vermarkten die Anschlüsse“, beschreibt Wild die geplante Arbeitsteilung.

          Helmut Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Titan Networks und Primevest sind kein Einzelfall. Immer mehr Anlagegesellschaften zieht es in die Branche. „Das Geschäftsmodell Glasfaserausbau funktioniert und ist für Finanzinvestoren hochinteressant“, sagt Stephan Albers, Geschäftsführer des Bundesverbandes Breitbandkommunikation (Breko), der rund 200 Netzbetreiber vertritt. Es winken keine Spitzenrenditen, aber ein solides Investment, das mit langfristig steigendem Datenhunger und damit wachsender Nachfrage nach Glasfaser-Internet verlässliche Erträge verspricht.

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