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Krisenmanagement : Was man aus der Katastrophe lernen kann

Packen mit an: Bundeswehrkräfte im vom Hochwasser stark betroffenen Ort Marienthal an der Ahr Bild: Lucas Bäuml

Nach der Flut mehren sich Stimmen, die fragen, wie man in Zukunft mit Katastrophen umgehen sollte. Es brauche moderne Tieflader, Bagger und Hubschrauber, sagt ein Krisenmanager. Das Kernthema bleibt aber das Training.

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          In den vom Hochwasser betroffenen Gebieten sind noch immer Tausende Helfer unterwegs, neben dem Technischen Hilfswerk (THW) und den vielen Berufs- und Freiwilligen Feuerwehren sowie der Polizei und Rettungskräften waren an mehreren Orten auch Bundeswehrsoldaten im Einsatz. Gleichwohl mehren sich jetzt, da die Wassermassen weg sind und Schutt, Schlamm und Müll zurückbleiben, auch die Stimmen, die kritisch fragen, wie man in Zukunft mit Katastrophen wie dem Starkregen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen umgehen sollte. In den vergangenen Tagen gab es immer wieder Beschwerden auch von einzelnen Anwohnern darüber, dass es vor allem an der Selbstorganisation gelegen habe, dass die Aufräumarbeiten vorangingen.

          Thiemo Heeg
          Redakteur in der Wirtschaft.
          Jonas Jansen
          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Niels Kröning leitet das Europa- und Deutschlandgeschäft des kanadischen Unternehmens CAE. Das Unternehmen hat sich auf Training und Ausbildung von militärischen Einsatzkräften, Feuerwehren und der Polizei fokussiert, es ist der größte Anbieter in dem Segment auf der Welt. Von Stolberg nahe Aachen aus schult das Unternehmen Einsatzkräfte mit gut 2500 Fachleuten. „Wir werden nicht jede Katastrophe verhindern können, aber wir können als Gesellschaft besser vorbereitet sein“, sagt Kröning. „Man kann das trainieren, Gefahrenstellen lokalisieren und Menschen, die dort im Einsatz sind, besser auf Risiken vorbereiten.“

          Moderne Tieflader, Bagger und Hubschrauber

          Der Krisenmanager ist der Ansicht, dass wir uns in Deutschland gut bewusst seien, mit welcher Wucht uns Katastrophen ereilen könnten, nur werde das übergreifend zwischen Nachbarstaaten, Bundesländern und Einsatzkräften noch zu wenig trainiert. „Wir beschaffen in Deutschland gerne großes Material, um solche Szenarien zu bewältigen. Das ist richtig, denn es braucht moderne Tieflader, Bagger und Hubschrauber“, sagt Kröning. „Aber Training müssen wir genauso als Kernthema definieren. Was bringt es uns, wenn wir all diese modernen Mittel haben, aber die Einsatzkräfte nicht miteinander trainieren und es im Einsatz zwangsläufig zu einer gewissen Überforderung kommt.“

          Einen größeren Fokus auf regelmäßige Trainings zu legen, sei eine politische Herausforderung, gibt der Manager zu bedenken. Im Unterschied zu den Militärs, die – sofern sie nicht im Auslandseinsatz sind – recht viele Kapazitäten für Trainings haben, sind Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei jedoch häufig in Bereitschaft. Da fällt es nicht so leicht, mehr Großübungen vor Ort zu machen.

          Digitale Großübungen

          Hinzu kommt dabei, dass diese Katastrophenübungen häufig auf abgesperrten Orten wie alten Flughäfen oder in nicht mehr genutzten Kohlegeländen stattfinden. Die Übertragung solcher Schulungsorte auf reale Gegebenheiten fällt da mitunter schwer. CAE etwa baut digitale Zwillinge von einzelnen Orten. So könnte etwa Erftstadt genauso digital kartografiert werden, wie der Ort aussieht – und dann auch im Übungsszenario schon modelliert werden, was passiert, wenn eine Brücke eingestürzt ist oder eine Bundesstraße überflutet.

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