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Flutkatastrophe : Konzerne spenden viele Millionen Euro

  • Aktualisiert am

Sperrmüll türmt sich in den Straßen von Sinzig in Rheinland-Pfalz. Bild: dpa

Um die Not in den Hochwasserregionen in Deutschland etwas zu lindern, kündigen zahlreiche Konzerne teils erhebliche Spenden an. Die Schwarz-Gruppe geht mit 10 Millionen Euro voran.

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          Viele Konzerne haben Spenden angekündigt, um das menschliche Leid und die enormen Schäden in den deutschen Hochwasserregionen zu lindern. Die bislang höchste Spende kündigte die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) an. Sie überweist zehn Millionen Euro für die Flutopfer. „Wir erleben eine der größten Katastrophen, die Deutschland jemals zu verkraften hatte“, erklärte das Unternehmen in der Bild am Sonntag.

          Das Geld geht demnach an die Aktion „Deutschland hilft“, ein Bündnis von 23 Hilfsorganisationen, die in den Hochwassergebieten in NRW und Rheinland-Pfalz im Einsatz sind. Die Entscheidung für die Millionen-Hilfe traf Konzern-Eigentümer Dieter Schwarz mit den Geschäftsführern der vier Tochterfirmen.

          Der Energiekonzern RWE kündigte an, in einem Sofortprogramm eine Million Euro an Hilfsorganisationen und regionale Initiativen zu überweisen. „Die Bilder der Hochwasserkatastrophe sind erschütternd. Wir fühlen mit den Betroffenen, darunter sind auch viele unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, sagte der Vorstandsvorsitzende Markus Krebber.

          Henkel und Vonovia unterstützen

          Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern Henkel hat ein Soforthilfepaket von 600.000 Euro geschnürt. Zudem sollen betroffene Mitarbeiter unterstützt werden sowie all jene mit Bezahlung freigestellt werden, die helfen wollen. „Wir sind tief betroffen, und unsere Gedanken sind bei den Menschen, die um ihre Angehörigen trauern, verletzt wurden oder deren Häuser zerstört sind“, sagte der Henkel-Vorstandsvorsitzende Carsten Knobel.

          Über die eigene Fritz Henkel Stiftung spendet das Unternehmen an das Deutsche Rote Kreuz und das Technische Hilfswerk und will zudem Haushaltshygiene-, Reinigungs- und Körperpflegeprodukte vor Ort verteilen. Ebenfalls an das Rote Kreuz spendet der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF eine Million Euro, um die betroffenen Hochwasserregionen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen zu unterstützen.

          Das Wohnungsunternehmen Vonovia hat im Raum Eschweiler, Köln, Bonn und Leverkusen Wohnungen angeboten, die für Bedürftige frei verfügbar wären. „Zudem sind die Wohnungen für den Zeitraum von einem Monat kostenfrei und ohne Kautionsleistung beziehbar“, teilte der größte deutsche Wohnungskonzern mit. Wer einen Totalverlust der Wohnung erlitten habe, könne anschließend „unpro­blematisch und kurzfristig“ auch dort Mietverträge übernehmen.

          Auch die Deutsche Bank spendet 500.000 Euro

          Die Baumarktkette Obi hat Bürger dazu aufgerufen, dass sie Trocknungsgeräte, Pumpen oder andere Geräte, die sie gerade nicht benötigen, in den Baumärkten abgeben könnten. Die sollen dann in die Märkte in den betroffenen Regionen transportiert werden, für die Materialspender gebe es einen Gutschein im Wert eines neuen Gerätes.

          Zusätzlich gibt es für Kunden des Baumarkts, der zur Tengelmann-Gruppe gehört, in den betroffenen Regionen 20 Prozent Rabatt. Genauso handhaben es Konkurrenten wie Toom, Hornbach oder Bauhaus. Auch Lebensmittel-Discounter wie Kaufland oder Penny haben Hilfsaktionen gestartet oder Lebensmittel an Helfer verteilt.

          Auch der Konsumgüterkonzern Procter & Gamble spendet eine Million Euro an verschiedene Hilfsorganisationen. Zudem helfe das Team im Pampers Werk in Euskirchen mit verschiedenen Maßnahmen vor Ort. Die Deutsche Bank erklärte, dass ihre Mitarbeiter mehr als 30.000 Euro privat gespendet hätten, nun erhöhe das Kreditinstitut diesen Betrag um 500.000 Euro.

          Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) fordert die Bevölkerung zu Geldspenden für die Betroffenen der Unwetterkatastrophe in Deutschland auf. „Geldspenden können viel flexibler und effizienter eingesetzt werden als Sachspenden“, sagte die stellvertretende DZI-Geschäftsführerin Christel Neff am Montag. Sachspenden machen laut Neff vor allem dann Sinn, wenn die Hilfsorganisationen vor Ort diese erbitten.

          Neff äußert sich erfreut über die „enorme Anteilnahme“ vieler Menschen. Angesichts der „großen Nachfrage“ nach den Spendeninformationen auf der Homepage des DZI geht Neff davon aus, dass eine zweistellige Millionensumme durch private Spenden zusammenkommen werde. Zum Vergleich: Bei den Hochwasserkatastrophen in den Jahren 2002 und 2013 wurden laut DZI von Bürgerinnen und Bürgern 350 Millionen beziehungsweise knapp 160 Millionen Euro gespendet.

          Das Bundeskabinett will am Mittwoch über staatliche Hilfe für die Flutopfer und den Wiederaufbau der Infrastruktur entscheiden. Neff glaubt aber nicht, dass die staatliche Unterstützung ausreichen wird, um den Wiederaufbau komplett zu finanzieren.

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