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Mauern, Schienen, Straßen : Baukonzern Hochtief flirtet mit Trumps Mauerplänen

  • -Aktualisiert am

Würde auch Trumps Grenzmauer zu Mexiko mitbauen: der Baukonzern Hochtief. Bild: dpa

Der neue amerikanische Präsident hat ein großes Infrastrukturprogramm angekündigt. Nicht nur das macht die Führung des größten deutschen Baukonzerns zuversichtlich.

          Gut gefüllte Auftragsbücher und mögliche neue Großprojekte im Gesamtvolumen von rund 150 Milliarden Euro, die im laufenden Jahr auf den Kernmärkten Nordamerika, Asien und Europa vergeben werden, lassen den Essener Baukonzern Hochtief mit Zuversicht auf das Geschäftsjahr 2017 blicken. So wird mit einem operativen Gewinn von 410 bis 450 Millionen Euro gerechnet, was einem Plus gegenüber dem Berichtsjahr von 13 bis 25 Prozent entspräche. Der Umsatz soll nach den Plänen des Vorstands um mehr als 10 Prozent zulegen.

          Brigitte Koch

          Wirtschaftskorrespondentin in Düsseldorf.

          Die neue amerikanische Regierung erwäge, ein großes Infrastrukturprogramm aufzulegen. Der deutsche Bundesverkehrswegeplan sehe in den kommenden Jahren erhebliche Investitionen für den Erhalt der Infrastruktur vor und auch Australien konzentriere sich stark auf den Ausbau des Schienen- und Straßennetzes, zählte der Vorstandsvorsitzende Marcelino Fernández Verdes bei der Bilanzvorlage die diversen Chancen für das Unternehmen auf.

          Aktienkurs nahe Rekord

          Zur Frage, ob sich der Konzern mit seinen amerikanischen Tochtergesellschaften Turner und Flatiron auch an dem Bau einer Grenzmauer zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko beteiligen werde, blieb er eher vage. Grundsätzlich sei der Baukonzern für alle Aufträge auf dem amerikanischen Markt offen, sagte der von dem spanischen Großaktionär ACS an die Hochtief-Spitze entsandte Spanier.

          2016 sei ein sehr erfolgreiches Jahr für Hochtief gewesen, blickte Fernández Verdes zurück. Allein zwei Großprojekte, die das Unternehmen speziell in Europa viele Jahre beschäftigt hätten, seien erfolgreich beendet und eröffnet worden, nämlich die Elbphilharmonie und der Gotthard-Tunnel. Mit einem operativen Ergebnis von 361 Millionen Euro wurde das obere Ende der ursprünglich prognostizierten Bandbreite erreicht. Gegenüber dem Vorjahr entsprach dies einem Gewinnsprung von 37 Prozent.

          Dazu trugen wesentlich die beiden nordamerikanischen Gesellschaften sowie die australische Tochtergesellschaft Cimic (vormals Leighton) bei. Aber auch das lange kriselnde Europageschäft schloss mit Gewinn ab. Der Konzerngewinn zog um mehr als 50 Prozent auf 321 Millionen Euro an. An den kräftig verbesserten Ergebnissen sollen auch die Aktionäre teilhaben, darunter ACS mit einer Beteiligung von inzwischen rund 72 Prozent. So wird die Dividende kräftig um 60 Cent auf 2,60 Euro aufgestockt. Auch künftig soll rund die Hälfte des Gewinns an die Eigentümer verteilt werden, wie der Hochtief-Chef ankündigte.

          Der Umsatz blieb mit fast 20 Milliarden Euro leicht unter Vorjahr. Hingegen wuchs der Auftragsbestand dank zahlreicher Neuaufträge um 20 Prozent auf mehr als 43 Milliarden Euro. Wie Fernández Verdes sagte, verfügt Hochtief über eine starke Bilanz und ein Nettofinanzvermögen von mehr als 700 Millionen Euro. Im Berichtsjahr habe der Konzern rund eine Milliarde Euro für Investitionen und Akquisitionen, für Aktienrückkäufe und Dividenden aufgewendet.

          An der Börse kletterte der Kurs der Hochtief-Aktie zunächst auf einen neuen Rekordwert von mehr als 145 Euro, pendelte sich nach Gewinnmitnahmen später aber bei unter 141 Euro ein. Binnen eines Jahres hat die Aktie mehr als 40 Prozent an Wert gewonnen, womit Deutschlands größter Baukonzern zu den erfolgreichsten Titeln im Mittelwerteindex M-Dax gehört.

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