https://www.faz.net/-gqe-9v205

Raumfahrt : Wie ein Familienunternehmen im Weltall mitmischt

Nicht ganz trivial: Hier entsteht ein Wettersatellit Bild: Bloomberg

Neue Missionen und Geschäftsmodelle sorgen für Goldgräberstimmung in der Raumfahrt. Das Familienunternehmen OHB aus Bremen ist an vorderster Front dabei.

          5 Min.

          In der „Rocket Factory Augsburg“ wird die Zukunft der Raumfahrt mitentwickelt. Rund 50 Mitarbeiter des Start-ups, hinter dem das Familienunternehmen OHB aus Bremen und dessen Tochtergesellschaft MT Aerospace stecken, arbeiten dort an Mini-Launchern, kleinen Raketen, die eine Ergänzung zu großen und teuren Lastenträgern wie der europäischen Ariane werden sollen. 2020 stehen erste Tests der Triebwerke an. Danach geht es Schlag auf Schlag, so dass das erste Modell schon Ende 2021 ins All fliegen könnte. Für den Vorstandsvorsitzenden von OHB, Marco Fuchs, ist das ein großer Schritt. „Damit treten wir in einen ganz neuen Markt ein und schaffen ein Angebot, mit dem es deutlich günstiger wird, kleine Satelliten und anderes leichtes Gerät ins All zu bringen“, sagt er.

          Christian Müßgens
          Wirtschaftskorrespondent in Hamburg.

          Hintergrund sind die Umbrüche in der Raumfahrt, in der Hochkonjunktur herrscht. Projekte wie die bevorstehende „Mars 2020“-Mission der Nasa oder der geplante Mondflug der Amerikaner im Jahr 2024, ebenso wie das gerade beschlossene Rekordbudget der europäischen Weltraumagentur Esa heizen die Goldgräberstimmung im All an. Gleichzeitig kommerzialisiert sich der Sektor, der früher vor allem von staatlichen Organisationen geprägt war, wofür der Aufstieg von Unternehmen wie dem von Elon Musk gegründeten Space X beispielhaft ist. „New Space“ nennen Fachleute diesen Prozess, zu dem unter anderem gehört, dass kleine Satelliten etwa für Telekommunikation oder Internetversorgung massenhaft ins All geschossen werden, was die Mini-Launcher von OHB und seiner Rocket Factory zu niedrigen Kosten leisten sollen. „Der Markt verändert sich rasant, das erfordert neue Technologien“, sagt Fuchs im Gespräch mit der F.A.Z. Woche.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Flutwarnung in Ahrweiler : Warum wurde nicht evakuiert?

          Menschenleben hätten gerettet werden können, wenn die Verantwortlichen im Kreis Ahrweiler früher gehandelt hätten. Der rheinland-pfälzische Innenminister verspricht, den Katastrophen-Abend aufzuklären.
          Baerbock entschuldigte sich dafür, das N-Wort „reproduziert“ zu haben.

          Baerbock und das N-Wort : Moralische Panik

          Bei den Grünen meint man: Auch wer im Sinne des Anti-Rassismus spricht, verbreitet Rassismus weiter, wenn er Rassismus zitiert. Wer den Kontext aus der Sprache verbannen will, unterscheidet sich allerdings nicht von islamischen Fundamentalisten.