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Hochkonjunktur : Chemiebranche verbucht Rekord-Umsatz

  • -Aktualisiert am

Die Chemieindustrie gilt als „frühzyklische Branche” Bild: dapd

Deutschlands viertgrößte Branche fährt einen Rekord nach dem nächsten ein. Das erste Quartal markiert bei Umsatz, Produktion und Preisen historische Höchststände. Das heizt auch Inflationssorgen an.

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          Die chemische Industrie ist mit einer Rekord-Auslastung in das neue Jahr gestartet und hat erstmals seit zwei Jahrzehnten wieder die Zahl der Beschäftigten erhöht. Der am Dienstag veröffentlichte Zwischenbericht des Interessenverbands VCI enthält aber nicht nur überraschend positive Eckdaten, er dürfte zugleich die Inflationssorgen anheizen.

          Bernd Freytag

          Wirtschaftskorrespondent Rhein-Neckar-Saar mit Sitz in Ludwigshafen.

          Der Verband der chemischen Industrie rechnet nach eigenen Angaben mit einer weiteren Beschleunigung des Preisauftriebs und erwartet nunmehr auf Jahressicht eine Teuerung von 4 Prozent. Im ersten Quartal hat der viertgrößte Industriezweig des Landes „historische Höchstmarken“ hinsichtlich Umsatz und Produktion erreicht. Die Anlagen hätten teilweise ihre Kapazitätsgrenze erreicht.

          Die Produktion stieg bis März um 3,2 Prozent und damit im achten Quartal in Folge, die Preise erhöhten sich in dieser Zeit um 2,2 Prozent. Unterm Strich weiteten die Chemie- und Pharmaunternehmen nach Angaben des Verbandes ihren Umsatz um 8,4 Prozent auf 45,2 Milliarden Euro abermals kräftig aus.

          Um der anhaltend hohen Nachfrage Herr zu werden, haben die Betriebe erstmals seit zwei Jahrzehnten wieder spürbar mehr Mitarbeiter eingestellt. Die Zahl der Mitarbeiter stieg zum Quartalsende um 1,5 Prozent auf rund 421 000. Wegen der überraschend dynamischen Entwicklung korrigierte der Verband seine erst vor acht Wochen abgegeben Jahresprognose deutlich nach oben: Statt 4 Prozent erwartet er nun 9 Prozent Umsatzwachstum im laufenden Jahr.

          Als sogenannte frühzyklische Branche hatte die chemische Industrie besonders vom Nachkrisenaufschwung profitiert: Im Vorjahr wuchs der Umsatz um mehr als 17 Prozent. Von der Rückkehr in den „Normalbetrieb“, wie ihn der Verband zu Jahresanfang prophezeite, ist die Industrie aber nach wie vor entfernt.

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