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HMI-Lustreise : Organisator der Sexparty war beim AWD

Die Hamburg Mannheimer ist mittlerweile im Ergo-Konzern aufgegangen Bild: dpa

Eine Party mit Prostituierten als Belohnungsfeier für Vertriebler: Damit geriet der heute zum Ergo-Konzern gehörende Versicherer Hamburg Mannheimer in die Schlagzeilen. Der Organsiator soll ausgerechnet Carsten Maschmeyers Schwager gewesen sein.

          Die Munich Re ist im Bezug auf die Umgangsformen ihrer Mitarbeiter ein besonders dezentes Unternehmen. Hinter den schweren Mauern der altehrwürdigen Konzernzentrale am Englischen Garten in München geht es ruhig und gesittet zu. Niemand würde Mitarbeiter des größten Rückversicherers der Welt mit einer Sexparty in Verbindung bringen. Doch ausgerechnet in einer Tochtergesellschaft der Munich Re geschah das Undenkbare vor vier Jahren (Versicherung lädt Vertreter zu Party mit Prostituierten).

          Henning Peitsmeier

          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Die mittlerweile im Ergo-Konzern aufgegangene Versicherung Hamburg Mannheimer hatte 2007 ihre besten hundert Vertreter mit einer solchen Party in der Gellert-Therme in Budapest belohnt. Rund zwanzig Prostituierte waren bei der Orgie der Vertriebsorganisation HMI dabei. Entsprechend empört reagieren Verantwortliche des Konzerns auf die jetzt bekannt gewordenen Details der Feier in Budapest. Allen voran der Chef der Erstversicherung Ergo, Torsten Oletzky, der die Vorgänge gegenüber dem „Spiegel“ als „vollkommen inakzeptabel“ bezeichnete.

          Maschmeyers Schwager stand hinter der Veranstaltung

          Die Rekonstruktion der Budapest-Reise scheint nach all der Zeit schwierig. Immerhin ist jetzt bekannt geworden, wer hinter der dreitägigen Veranstaltung stand: Kai Lange, ehemaliger Vertriebschef der Hamburg Mannheimer. Er hatte die 83.000 Euro teure Abendveranstaltung damals organisiert, macht sich heute dafür allerdings keine Vorwürfe. Er selbst habe sich den ganzen Abend im Bereich der Diskothek aufgehalten, sagte er dem „Handelsblatt“.

          Das Gellert-Heilbad in Budapest

          In der Finanzdienstleistungsbranche ist Lange bekannt, weil er den schillernden Strukturvertrieb AWD gegründet und ihn gemeinsam mit seinem Schwager Carsten Maschmeyer geführt hat. Mitte der neunziger Jahre schied Lange beim AWD im Streit aus und wechselte als Vertriebsdirektor zur HMI, jenem Strukturvertrieb der Hamburg Mannheimer, von dem sich der Konzern jetzt distanziert.

          Mittlerweile prüft die Ergo, ob sie gegen die damals Verantwortlichen vorgehen wird. Auch strafrechtliche Konsequenzen werden geprüft.

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