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Auch Hilton ist hier präsent: Drei Hotels in direkter Nachbarschaft auf der Europaallee in Frankfurt Bild: Ricardo Wiesinger

Hilton : Jeden Tag mehr als ein neues Hotel

Um 2600 Hotels will der Hilton-Konzern in den nächsten Jahren wachsen. Der Zentraleuropachef spricht über veränderte Wünsche, Übernahmen bestehender Hotels und gestoppte Pläne in Russland.

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          Ein großes Hotel war nötig, als Heidelberg 1838 seinen Hauptbahnhof bekam. In der Corona-Pandemie aber erging es dem einstigen Hotel Schrieder, das zuletzt als Crowne Plaza firmierte, nicht gut. Die Betreibergesellschaft meldet Insolvenz an. Zur Wiederöffnung im Sommer wird nun der Name Hilton an der Fassade stehen. „Die Übernahme bestehender Hotels ist ein sehr wichtiges Thema geworden. 30 Prozent unserer Neueröffnungen entfallen mittlerweile darauf, dass wir Hotels zu unseren Marken überführen“, sagt Hilton-Kontinentaleuropa-Chef David Kelly im Gespräch mit der F.A.Z.

          2600 neue Hotels will der Konzern in den kommenden Jahren seinem globalen Portfolio hinzufügen. Dabei waren dort zu Jahresbeginn schon 6837 Hotels mit insgesamt mehr als einer Million Zimmern gelistet. Seit die Konkurrenten Marriott und Starwood fusionierten, ist Hilton der zweitgrößte Hotelier der Welt. „Unser Ziel ist es, einen Gast zu bedienen, egal, wohin er reist“, gibt Kelly die Zukunftsdevise aus. Und Heidelberg fehlte der Marke noch, die Conrad Hilton 1919 schuf.

          In der Corona-Krise sind zwar keine Hotelkonzerne zusammengebrochen. Aber mehrere Betriebsgesellschaften, die vor Ort für große Namen der Branche Häuser führen, gerieten in Not. In der Hotellerie hat das Neusortieren eingesetzt. „Natürlich gibt es einen gesunden Wettbewerb zwischen Hotelkonzernen um die Standorte“, sagt Kelly. „Institutionelle Investoren suchen aber nach der schwierigeren Pandemiezeit nach international bekannten Marken mit Expansionsinteresse.“ Das Heidelberger Haus gehört der Fondsgesellschaft Invesco. Hilton selbst besitzt kaum Immobilien und setzt bei Neubauten und Übernahmen auf Partnerschaften. „Im vergangenen Jahr haben wir trotz Pandemie an jedem Tag mehr als ein Hotel auf der Welt eröffnet“, sagt Kelly.



          Timo Kotowski
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Auch in Deutschland soll der Konzern, der hierzulande 40 Hotels betreibt – vom Luxushaus Waldorf Astoria in Berlin über zwölf, bald 13 Häuser seiner Kernmarke bis hin zur Mittelklasselinie Hampton – präsenter werden. „17 Hotels befinden sich in der Entwicklung. Zu unserer Kapazität von 10 000 Zimmern werden 3000 dazukommen. Gerade die Pandemie hat doch gezeigt, dass es in Deutschland einen großen Markt für Inlandsreisen gibt“, ist Kelly überzeugt. Vor allem Hampton-Häuser, die mit dem Zusatz „by Hilton“ einen Hauch von Tradition im Namen tragen, soll es mehr geben – nämlich 13 weitere. Die Linie wird dann für die Mehrheit der deutschen Hilton-Standorte stehen. Man schaue sich nach weiteren Möglichkeiten um. Städte mittlerer Größe, die auch Touristen aufsuchen, stehen im Fokus. Kiel, Konstanz und Bottrop – wegen des dortigen Freizeitparks – standen zuletzt auf der Eröffnungsliste.

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