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Henkel-Chef Rorsted : Mir ist egal, wo meine Leute arbeiten

  • -Aktualisiert am

„Meine Mitarbeiter können auch zwischendurch ins Fitness-Studio gehen und mir hinterher die Finanzanalyse schicken“, sagt Henkel-Chef Kasper Rorsted. Bild: dpa

Die Präsenz-Kultur ist tot, findet Henkel-Vorstandschef Kasper Rorsted. „Generell wollen die junge Leute freier entscheiden, wann und wo sie arbeiten.“

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          Henkel-Vorstandschef Kasper Rorsted prophezeit den Tod der Präsenz-Kultur in Unternehmen: „Mir ist egal, wo meine Leute arbeiten, Hauptsache die Leistung stimmt“, sagte der Manager der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. „Die Präsenz-Kultur stirbt aus, die Digitalisierung wird das endgültig beenden.“

          Präsenz sei keine Qualifikation und kein Leistungsausweis, betonte Rorsted: „Ich bin dieses Jahr 200 Tage unterwegs, immer allein, nur mit Koffer und Smartphone.“ Und weiter begründet er: „Generell wollen die junge Leute freier entscheiden, wann und wo sie arbeiten.“ Wenn es nach ihm geht, können seine Mitarbeiter auch „zwischendurch ins Fitness-Studio gehen und mir hinterher die Finanzanalyse schicken.“

          Konzerne müssten sich nach den Wünschen der sogenannten Generation Y richten, sagte Rorsted: „Die sind privat bei Facebook, Instagram, Snapchat, und erwarten das auch im Büro. Wir haben deshalb im Oktober Yammer, eingeführt, eine Art internes Facebook von Microsoft, da machen jetzt schon 20.000 Mitarbeiter mit.“

          Da könne jeder  reinschreiben, was er mag, erzählte Rorsted in der F.A.S. - „auch was ihm an meinen Entscheidungen nicht passt, oder wo der Vorstand aus seiner Sicht falsch liegt“.

          Für das laufende Geschäftsjahr verspricht der Henkel-Chef neue Höchstwerte in allen Disziplinen. „2015 werden wir ein neues Rekordjahr hinlegen, so viel kann man heute schon sagen“, bekräftigte Rorsted: „Wir wachsen im Umsatz um zehn Prozent, im Ergebnis noch um mehr.“

          Falsche Flüchtlingspolitik

          Mit der deutschen Flüchtlingspolitik ging der Manager in dem F.A.S.-Interview hart ins Gericht. „Es sieht so aus, als ab man sich seit Sommer ohne Konzept von einer Woche zur nächsten hangelt. Wir geben den Zuwanderern alle Rechte, haben aber nicht den Mut, auch die Pflichten anzusprechen. Das ist das falsche Signal“, sagte Rorsted und empfahl seine Heimat Dänemark als Vorbild: „In Dänemark ist es für Flüchtlinge Pflicht, die Sprache zu lernen. Wer dies nicht tut, bekommt weniger finanzielle Unterstützung vom Staat. Dänemark ist bei der Umsetzung von Rechten und Pflichten wesentlich strikter als wir in Deutschland.“

          Das Argument, dass die Flüchtlinge das demographischem Problem Deutschlands lösen, hält Kasper Rorsted für einen Irrtum: „Das sehe ich nicht so. Der Punkt ist doch nicht die Zahl der Arbeitnehmer, sondern deren Kompetenzen. Wir brauchen in Deutschland gut ausgebildete Leute, die sich mit Chemie und in Ingenieurberufen auskennen, mit Technik und Digitalisierung. Die Flüchtlinge werden dieses Problem kurzfristig nicht lösen.“

          Das komplette Interview mit dem Henkel-Vorstandschef lesen Sie in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung oder in unserem E-Paper.

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