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Verhandlungen mit Deka : Helaba soll für Fusion die Frankfurter Sparkasse abgeben

Der beleuchtete Schriftzug der Helaba vor dunklen Wolken Bild: Patrick Junker

Die wesentlichen Helaba-Eigner begrüßen grundsätzlich einen Zusammenschluss mit der Deka. Zwar fehlt ein wichtiger Akteur noch bei der Willenserklärung – einig sind sich aber alle in einem Punkt.

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          Auf Peter Schneider wird es mit entscheidend ankommen, ob die angestoßenen Fusionverhandlungen der Sparkassen-Fondsgesellschaft Deka und der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) zu einem Erfolg werden. Denn Schneider verfügt als Präsident des baden-württembergischen Sparkassenverbandes in der Deka über 15,8 Prozent der Anteile – so viel hält kein anderer der zwölf regionalen Sparkassenverbände. Doch Schneider war auf dem informellen Treffen der Spitzen der deutschen Sparkassen-Organisation, auf dem die Deka am Dienstag zu Fusionsgesprächen mit der Helaba aufgefordert wurde, gar nicht anwesend. Schneider weilte auf dem 22. Kommunalforum mit dem Thema „Stadt und Land – Wie wollen wir in Zukunft leben?“, zu dem der baden-württembergische Sparkassenverband nach Baden-Baden eingeladen hatte. Ohne Schneider aber, der sich auch am Mittwoch gegenüber der F.A.Z. nicht äußern wollte, fehlt der angeblich „einhellig“ getroffenen politischen Willenserklärung der Sparkassengruppe eine wichtige Stimme.

          Hanno Mußler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das muss nicht heißen, dass die Fusion von Deka und Helaba scheitert. Die wesentlichen Helaba-Eigner, der Sparkassenverband Hessen-Thüringen und das Bundesland Hessen, begrüßen grundsätzlich das Vorhaben. „Die Landesregierung ist offen für Gespräche zur Stärkung und Konsolidierung des öffentlich-rechtlichen Bankensektors am Standort Frankfurt“, erklärte Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) am Mittwoch. Dabei drohen viele Arbeitsplätze verlorenzugehen: Die Helaba beschäftigt 6100 Mitarbeiter, die Deka 4800. Beide Bankenzentralen liegen in Frankfurt in Sichtweite zueinander, allein in der Helaba-Zentrale arbeiten 3300 Mitarbeiter. Aber im Vorstand und unter den Trägern ist die Überzeugung verbreitet, dass die Helaba die Niedrigzinsphase, in der etwa auch die Pensionen für Mitarbeiter kaum zu stemmen sind, nur in einer durch Zusammenschlüsse mit anderen Finanzinstituten größeren Bank überleben wird.

          Für eine solche Fusion bietet sich die Deka an. Sie ist nicht nur wie die Helaba in Frankfurt ansässig, so dass es Überlappungen gibt, die sich für Kostensenkungen nutzen ließen. Da die Deka stärker im Fondsgeschäft und die Helaba stärker im (Immobilien-)Kreditgeschäft tätig ist, ergänzen sich die beiden, so dass man auch auf Ertragssteigerungen hoffen kann. Auch wirkt die Eignerstruktur der Deka auf den ersten Blick einfach: Sie gehört allen deutschen Sparkassen, während Landesbanken auch Bundesländer als Eigentümer haben, was die Zustimmung zu Veränderungen erschweren kann. Doch auch die Eigner der Deka sind zersplittert, eben in zwölf regionale Sparkassenverbände, von denen der baden-württembergische der wichtigste ist.

          Die Mühlen mahlen langsam

          Die Interessen der zwölf Sparkassenverbände sind durchaus unterschiedlich gelagert. Der baden-württembergische Sparkassenverband ist vor allem an einer starken Landesbank in Stuttgart interessiert, an dieser LBBW hält er 40,5 Prozent der Anteile. Die LBBW ist sowohl Konkurrent der Helaba im Kreditgeschäft mit Unternehmen und Immobilienentwicklern als auch im Fondsgeschäft Rivale der Deka. Deshalb gibt es auch gegen die Pläne des Dachverbandes, des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), aus allen fünf Landesbanken, der Deka und der Berlin Hyp ein Spitzeninstitut für alle Sparkassen zu bilden, den größten Widerstand in Baden-Württemberg.

          Einig sind sich alle Sparkassen aber in einem Punkt: Ein solches Spitzeninstitut darf kein Privatkundengeschäft haben. Denn Privatkunden sehen die Sparkassen als ihre Domäne, wie Helmut Schleweis, der Präsident des DSGV, am Dienstag abermals betont haben soll. Wenn also die Fusion aus Helaba und Deka klappen soll, die manche als ersten Schritt zu einem einzigen Spitzeninstitut der Sparkassen betrachten, dann müsste die 2005 von der Helaba gekaufte Frankfurter Sparkassen wieder aus der Landesbank gelöst werden. Das wird nicht einfach.

          Ohnehin gibt es noch keine Beschlüsse; die Mühlen in der Sparkassengruppe mahlen langsam. Die Verwaltungsräte von Helaba und Deka, die ihre Vorstände formal erst mit Fusionsverhandlungen beauftragen müssen, tagen turnusgemäß erst wieder im Dezember. Am Mittwoch war trotz der politischen Willenserklärung vom Vortag nicht erkennbar, dass außerplanmäßig Sitzungen einberufen werden. Es wird damit gerechnet, dass es bis zum Vollzug der Fusion von Helaba und Deka mindestens zwei Jahre dauern wird.

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