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F.A.Z. exklusiv : Techem halbiert Stellenabbau

Der Heizkostenerfasser Techem hat über sein Stellenabbauprogramm weniger Arbeitsplätze gestrichen als geplant. Bild: dpa

Der Ablese- und Erfassungsdienstleister greift bei seinem Stellenabbau auch auf betriebsbedingte Kündigungen zurück, doch streicht er nur halb so viele Arbeitsplätze wie geplant.

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          Der Heizkostenerfasser Techem hat über sein Stellenabbauprogramm weniger Arbeitsplätze gestrichen als geplant. Wie ein Sprecher des Immobiliendienstleisters auf Anfrage der F.A.Z. mitteilte, sind im Zuge des Projekts „Operations Excellence“ etwa 300 Stellen in Deutschland entfallen und damit etwa halb so viele wie ursprünglich vorgesehen. Man habe dabei auch auf betriebsbedingte Kündigungen zurückgreifen müssen. In wie vielen Fällen, lässt das Unternehmen offen. Es sei aber „der deutlich kleinere Teil“. Der Abbau im Zuge des Programms ist den Angaben zufolge schon jetzt abgeschlossen.

          Klaus Max Smolka

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Techem hatte bis zum Jahr 2021 in Deutschland etwa 600 Mitarbeiter weniger beschäftigen wollen, wie die F.A.Z. vorab berichtet hatte (F.A.Z. vom 14.Februar 2017). Damit wäre etwa jeder vierte Arbeitsplatz hierzulande betroffen gewesen. Techem stand zu jenem Zeitpunkt vor einem weiteren Eigentümerwechsel. Der damalige Eigner hatte Investmentbanken beauftragt, eine Versteigerung in die Wege zu leiten. Im vergangenen Jahr übernahm ein Konsortium aus dem schweizerischen Finanzinvestor und Vermögensverwalter Partners Group und den kanadischen Pensionsfonds Caisse de dépôt et placement du Québec (CDPQ) sowie Ontario Teachers’ Pension Plan (OTPP) das Unternehmen.

          Mitarbeiter konnten weitervermittelt werden

          „Der im Frühjahr 2017 angekündigte Wegfall von Stellen ist deutlich geringer ausgefallen als erwartet, auch durch die Vermittlung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf andere Arbeitsplätze im Unternehmen“, teilte das Unternehmen nun auf Anfrage mit. „Rund 300 Stellen sind tatsächlich entfallen, größtenteils durch das Auslaufen von befristeten und von Zeitarbeitsverträgen und durch die nicht Nachbesetzung freiwerdender Stellen in Folge von Altersteilzeit, Renteneintritt oder auch Mitarbeiterkündigung. Betriebsbedingte Kündigungen konnten wir leider trotzdem nicht gänzlich vermeiden.“

          Techem ist einer der beiden großen Nebenkostenerfasser in Deutschland, neben Ista. Das Unternehmen strich nach eigenen Angaben vor allem Stellen in Abteilungen, in denen es digitale Plattformen nutzte oder Abläufe automatisierte. „Für diese digitale Transformation hatten wir eine eigene Initiative aufgesetzt, deren Projekte weitestgehend abgeschlossen sind“, hieß es. Als Beispiele nannte Techem Systeme, welche den Mitarbeitern an Servicetelefonen schneller Informationen für Kundenfragen zur Verfügung stellen, welche die Bearbeitung von Montageaufträgen automatisieren und welche es vereinfachen, Termine mit Mietern zu finden.

          Wie der Sprecher weiter mitteilte, hat Techem gleichzeitig Arbeitsplätze aufgebaut: in der Informationstechnik, wo allein rund 45 neue Mitarbeiter beschäftigt sind, und in Abteilungen, die für die Entwicklung und Umsetzung neuer Angebote zuständig sind, zum Beispiel für die Trinkwasseraufbereitung. Techem erfasst in seinem Stammgeschäft in Mehrparteienhäusern den Heizenergieverbrauch und berechnet die Kosten je Wohnung. Global ist die Zahl der Arbeitsplätze um 200 gesunken, von 3640 Ende des Geschäftsjahrs 2016/2017 (31.März) auf 3437 im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/2019.

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