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F.A.S. exklusiv : Heiko Maas prüft Vergabe von „Wirecard-Orden“

Bild: AFP

Zwei Wirtschaftsjournalisten haben den Wirecard-Betrug aufgedeckt. Jetzt könnten sie dafür das Bundesverdienstkreuz erhalten.

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          Am Mittwoch bekam Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) Post in Sachen Wirecard. Absender des Schreibens, das der F.A.S. vorliegt, war der grüne Finanzexperte Danyal Bayaz. Sein Anliegen: Die beiden Journalisten Dan McCrum und Stefania Palma von der britischen Zeitung „Financial Times“ sollen für ihre hartnäckigen Recherchen in dem Betrugsskandal mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet werden. Und zuständig ist im Fall der Italienerin und des Briten Heiko Maas, als Chef des Auswärtigen Amtes. Der Vorschlag werde geprüft, heißt es im Ministerium.Verliehen wird der Orden gegebenenfalls von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

          Marcus Theurer

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Journalisten hätten sich „herausragende Verdienste“ bei der Wirecard-Aufklärung erworben, heißt es in dem Schreiben des Abgeordneten. Bayaz sieht den Orden auch als Wiedergutmachung: Es sei sinnvoll, selbstkritisch Fehler einzugestehen, schreibt der Parlamentarier. Schließlich seien die Rechercheergebnisse der beiden Journalisten „von der deutschen Administration gänzlich falsch – und dies zu ihrem Schaden – eingeordnet“ worden. Ohne ihren Spürsinn wäre der Skandal vermutlich bis heute nicht aufgedeckt worden.

          Die oberste Finanzaufsichtsbehörde Bafin hat McCrum und Palma 2019 bei der Staatsanwaltschaft angezeigt, weil sie den Verdacht hegte, sie machten gemeinsame Sache mit Spekulanten, die auf einen fallenden Wirecard-Kurs setzten. Die Journalisten seien von der Bafin „kriminalisiert“ worden, schreibt Bayaz. Erst diesen Monat wurden die Ermittlungen eingestellt.

          Die Bafin ist dem Maas-Parteifreund und Bundesfinanzminister Olaf Scholz unterstellt. Der hat McCrum und Palma inzwischen für ihre Recherchearbeit gedankt – zu einer Entschuldigung konnte sich Scholz aber nicht durchringen.

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