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Hegde-Fonds droht : ABN Amro bittet Aktionäre um Hilfe

  • Aktualisiert am

ABN Amro fürchtet ein Gewitter der Hedge-Fonds Bild: dpa

Der Hedge-Fonds TCI fordert eine Aufspaltung von ABN Amro. Die niederländische Bank, die derzeit mit Barclays über eine Fusion verhandelt, wehrt sich - und hofft auf die restlichen Aktionäre.

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          Die im Visier von Finanzinvestoren stehende niederländische Bank ABN Amro hat Forderungen nach einer Aufspaltung des Konzerns erneut klar abgelehnt. Ausgegliedert würden jedoch Einheiten, die nicht zum Kerngeschäft zählten, kündigte ABN Amro am Mittwoch in einer Mitteilung an.

          Ein Erfolg der derzeit parallel laufenden Fusionsgespräche mit dem Wettbewerber Barclays sei nicht sicher, betonte ABN Amro zugleich. Die diskutierte Fusion könne aber zusätzlichen Wert schaffen. Bei einem Scheitern der Gespräche werde ABN Amro nach Alternativen suchen, die nachhaltig sein müssten. Denkbar sei dabei auch, dass ABN Amro als unabhängige Bank ohne Partner weiter bestehen bleibe.

          Aktionäre sollen gegen TCI-Forderungen stimmen

          Der an ABN Amro beteiligte britische Hedge-Fonds The Children's Investment Fund (TCI) fordert eine Aufspaltung der Bank, um deren Einzelteile Gewinn bringend verkaufen zu können. Weitere Hedge-Fonds unterstützen Medienberichten zufolge diese Strategie. TCI hatte seine Beteiligung an ABN Amro zuletzt verdoppelt, hält Medienberichten zufolge allerdings nur etwa ein Prozent der Anteile.

          Die Bank rief ihre Aktionäre in der Mitteilung auf, die TCI-Vorschläge auf der Hauptversammlung am 26. April abzulehnen. TCI kündigte an, die Haltung von ABN Amro zu prüfen. Wenn ABN Amro wie von TCI außerdem gefordert umfangreich Kapital ausschütten würde, könnte dies unter anderem zu niedrigeren Kreditratings und höheren Kapitalaufwendungen führen, warnte die Bank ihre Aktionäre.

          TCI droht mit juristischen Schritten

          TCI hatte von ABN mehr Informationen für die Aktionäre über die weitere Strategie des Managements gefordert. Zudem verlangte der Hedge-Fonds, die Bank dürfe in den nächsten sechs Monaten keine großen Zukäufe tätigen. ABN bekräftigte nun ihre Gewinn-Schätzung für 2007 von mindestens 2,30 Euro je Aktie. Zugleich betonte sie, größere Zukäufe passten weder zu diesem Gewinnziel noch zu dem im Februar angekündigten Aktienrückkaufprogramm in Höhe von einer Milliarde Euro.

          ABN Amro und Barclays sprechen derzeit exklusiv über einen Zusammenschluss. TCI will ABN Amro notfalls mit juristischen Schritten dazu zwingen, auch mit anderen Parteien zu sprechen, die möglicherweise mehr für die Bank zahlen wollen.

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