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Rüstungsunternehmen : Heckler & Koch trennt sich mal wieder vom Chef 

  • -Aktualisiert am

Soldaten der Bundeswehr üben mit dem G-36-Gewehr von Heckler & Koch. Deren Chef wurde nun entlassen. Bild: dpa

Nur noch Aufträge aus demokratischen, nicht-korrupten Staaten – kann das klappen als Waffenhersteller? Heckler & Koch beteuert, der Rauswurf des Chefs habe mit seiner Strategie nichts zu tun.

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          In der Chefetage von Heckler & Koch rumort es. Der Waffenhersteller beruft nach nur 18 Monaten seinen bisherigen Vorstandsvorsitzenden Norbert Scheuch mit sofortiger Wirkung ab. Die Entscheidung kam überraschend. Ein Sprecher des im baden-württembergischen Oberndorf ansässigen Unternehmens wollte sich am Mittwoch nicht zu den Hintergründen äußern.

          Der frühere Chef des Betonpumpenherstellers Putzmeister und des Autoteilehändlers ATU war Ende 2015 zum Vorstandschef ernannt worden. Er hatte Mehrheitseigentümer Andreas Heeschen abgelöst, der sich in den Aufsichtsrat zurückgezogen hatte. Zuvor war Scheuch Aufsichtsratsvorsitzender der Aktiengesellschaft.

          Änderungen im Vorstand nichts Neues

          Dass der öffentlichkeitsscheue Unternehmer Heeschen wieder operative Verantwortung übernimmt, gilt als unwahrscheinlich. Bis ein Nachfolger gefunden ist, soll das noch verbliebene Vorstandsmitglied Wolfgang Hesse das Unternehmen allein führen. Hesse verantworte bislang den Finanzbereich des Unternehmens.

          An der Spitze des Waffenherstellers mit 800 Beschäftigten gab es in der Vergangenheit mehrere Wechsel. Anfang 2015 hatte der langjährige Vorsitzende der Geschäftsführung Niels Ihloff das Unternehmen verlassen.
          Heeschen übernahm die Führung zunächst selbst, bevor im Sommer 2015 der frühere Rheinmetall-Manager Nicola Marinelli als neuer Chef angekündigt wurde. Dann allerdings trat im Dezember 2015 Scheuch den Posten an und leitete mit einen Kulturwandel ein.

          Der Konzern hat sich geöffnet

          Er hatte die Vorgabe gemacht, nur noch Aufträge aus sogenannten grünen Ländern anzunehmen, also stabilen, demokratischen und nicht-korrupten Staaten aus der Nato oder Nato-Einflusssphäre.
          Die Neuausrichtung soll dem Konzern zufolge trotz Scheuchs Ausscheiden fortgeführt werden. Er gilt als offener Manager. Das Unternehmen war bislang sehr verschlossen.

          In einem TV-Interview sagte Scheuch zu, eine mögliche Beteiligung an einem Opferfonds zu prüfen. Die Zusage bleibe erhalten, versicherte ein Unternehmenssprecher. Am Stammsitz in Oberdorf sind den Angaben zufolge über 700 Mitarbeiter beschäftigt. Nach einem Bericht des „Schwarzwälder Boten“ sei es im Werk zu Produktionsstaus gekommen. Der Sprecher erklärte das mit der Umstellung von internen Arbeitsabläufen, um die Produktion besser zu organisieren.

          Heckler & Koch hat in der Vergangenheit den ein oder anderen Großauftrag an Land gezogen und bemüht sich wie die Konkurrenten um einen weiteren lukrativen Auftrag: Die Bundeswehr sucht das Nachfolgemodell für das Sturmgewehr G 36. Erst kürzlich hatte sich der Hersteller vom Leiter der Abteilung „Produktstrategie“ getrennt.

          Der Prokurist war für das Sturmgewehr G36 zuständig, das als Standardwaffe der Bundeswehr in die Kritik geraten war. Damit nicht genug. Frühestens im kommenden Jahr müssen sich frühere Mitarbeiter des Konzerns in Stuttgart vor Gericht verantworten. Ihnen wird ein Verstoß gegen Exportregeln vorgeworfen, so dass mutmaßlich illegal Waffen in mexikanische Unruheprovinzen geliefert werden konnten.

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