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Vergabeverfahren : Heckler & Koch kämpft um Gewehr

Streit um das G-36-Gewehr: Im Vergabeverfahren soll es zu Unstimmigkeiten gekommen sein. Bild: dpa

Das Bieterverfahren über das neue Standardgewehr der Bundeswehr hat das Unternehmen Haenel aus Thüringen gewonnen. Dagegen wehrt sich nun der Waffenhersteller Heckler & Koch.

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          Der Waffenhersteller Heckler & Koch geht juristisch gegen die Vergabe des neuen geplanten Bundeswehr-Sturmgewehrs an den Konkurrenten Haenel vor. Es sei fristgerecht Rüge gegen die Entscheidung des Bundesamts für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr eingereicht worden, teilte das Unternehmen mit Sitz in Oberndorf mit. Nähere Angaben machte ein Sprecher nicht. Im Vergaberecht ist eine Rüge Voraussetzung, um später eine Vergabebeschwerde einzuleiten – diese hätte aufschiebende Wirkung.

          Heike Schmoll
          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Dass der Hersteller C. G. Haenel aus Suhl in Thüringen aus dem Bieterverfahren für die 120.000 Sturmgewehre im Wert von rund 250 Millionen Euro als Gewinner hervorging, gilt als Überraschung, weil der viel größere Konkurrent H&K die Bundeswehr seit 1959 beliefert. Haenel ist ein kleines Unternehmen und gehört zum Staats-Rüstungskonzern Edge der Vereinigten Arabischen Emirate. Geschäftsführer ist Olaf Sauer, der lange für H&K gearbeitet hat. Die Thüringer beliefern die Truppe schon mit Scharfschützengewehren und Sachsens Polizei mit der halbautomatischen Variante des neuen Sturmgewehrs. Laut informierten Kreisen lag Haenels Angebot etwa 50 Millionen unter dem von H&K.

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