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Hauptversammlung bei Hochtief : Aufsichtsräte machen den Weg frei für ACS

  • Aktualisiert am

ACS will bis Ende Juni die Mehrheit bei Hochtief übernehmen Bild: dpa

Die knapp neun Monate dauernde Übernahmeschlacht um den Baukonzern Hochtief steht vor dem Ende. Kurz vor der Hauptversammlung haben vier langjährige Aufsichtsräte ihre Kandidatur zurückgezogen.

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          Bei der Hauptversammlung des deutschen Traditionsunternehmens an diesem Donnerstag in Essen will der spanische Angreifer ACS seinen Griff um Hochtief festigen und die Zahl seiner Aufsichtsratsmandate von zwei auf vier verdoppeln. ACS hat für seine Besetzungswünsche bei der Aktionärsversammlung in der Essener Grugahalle die Mehrheit sicher. Kurz vor Beginn der Hauptversammlung zogen vier langjährige Aufsichtsräte ihre Kandidatur für eine Verlängerung der Mandate zurück, wie Hochtief mitteilte. Damit vermeiden sie eine erwartete Wahlniederlage.

          Detlev Bremkamp, Vorsitzender des Kontrollgremiums und Leiter des heute stattfindenden Aktionärstreffens, zieht sich ebenso zurück wie der frühere Hochtief-Vorstandsvorsitzende und BDI-Präsident Hans-Peter Keitel. Auch Wilhelm Simson (einst Eon) und der ehemalige Siemens-Chef Heinrich von Pierer verzichten.

          Keine Kampfabstimmung

          Mit dem Schritt wird eine Kampfabstimmung überflüssig, die durch das Handeln des neuen Großaktionärs ACS ausgelöst worden wäre. Der spanische Baukonzern hat seit Februar bei Hochtief seine Beteiligung auf 43,1 Prozent aufgestockt und damit die Regie übernommen. Wochenlang gab es Streit um die Kandidatenliste für die Neuwahl der Kontrolleure. Deshalb hatte Bremkamp bis Ende März acht Kandidaten für die Wahl benannt, von denen die meisten dem spanischen Großaktionär nicht genehm waren. Die Spanier hätten sich ihrerseits mit ihren Vorschlägen durchsetzen können, da sie mit ihrer Beteiligung und einer sich abzeichnenden Hauptversammlungspräsenz von gut 70 Prozent das Treffen dominieren können. Vergangenes Wochenende hat ACS seine Vorschlagsliste mit acht Kandidaten der Anteilseignerseite vorgestellt.

          Bild: F.A.Z.

          Der vor einem Jahr auf ACS-Vorschlag in das Gremium gewählte frühere Continental-Chef Manfred Wennemer wird sich wie die ACS-Spitzenmanager Angel Garcia Altozano und Marcelino Fernandez Verdes zur Wiederwahl stellen. Wennemer soll neuer Aufsichtsratschef werden. Als Vertreter des Hochtief-Aktionärs Qatar ist Abdulla Abdulaziz Turki Al-Subaie vorgeschlagen. Zu den neuen Kandidaten gehören ferner Aton-Vorstandsvorsitzender Thomas Eichelmann, das frühere BASF-Vorstandsmitglied Eggert Voscherau und zwei weitere Spanier aus dem ACS-Konzern.

          ACS peilt Sprung über 50-Prozent-Hürde an

          ACS will bis Ende Juni die Mehrheit übernehmen. Hochtief hatte monatelang vergebens um seine Unabhängigkeit gekämpft. ACS stockte seinen Anteil kontinuierlich auf, Hochtief-Chef Herbert Lütkestratkötter scheidet mit der Hauptversammlung aus dem Amt. Auch weitere Vorstände haben das Handtuch geworfen. Nachfolger Lütkestratkötters soll Vorstand Frank Stieler werden (siehe Die neuen Herren von Hochtief). ACS-Chef Florentino Perez hatte angekündigt, zusammen mit Hochtief den weltweit größten Bau- und Infrastrukturkonzern zu schmieden. Er will die Hochtief-Zentrale in Essen und das Unternehmen an der Börse belassen. Zugleich kann ACS nach einer Mehrheitsübernahme Hochtief in seine Bücher übernehmen - und so seine Milliarden-Schulden drücken.

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