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F.A.Z.-Exklusiv : Hat die Deutsche Bank die IT vernachlässigt?

  • -Aktualisiert am

„Das Outsourcing ging eindeutig zu weit“: Kim Hammonds Bild: Frank Röth

Die Deutsche Bank habe „lausige Systeme“, klagte der Deutsche-Bank-Chef John Cryan schon kurz nach seinem Amtsantritt. Nun soll Kim Hammonds die altertümliche IT in Form bringen. Ihre Vorgänger hätten viel zu viel ausgelagert, sagt sie.

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          Die Deutsche Bank hat es in der Vergangenheit übertrieben mit der Outsourcing. Dies sagte Kim Hammonds, designierter IT-Vorstand des Konzerns, der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung und übte harsche Kritik an ihren Vorgängern. „Das Outsourcing ging eindeutig zu weit, die Balance ging verloren“, sagte Hammonds der F.A.S.. „Ein Unternehmen muss immer abwägen: Welches Wissen brauchen wir selbst? Was können wir zukaufen? Wo es nicht um Wettbewerbsvorteile geht, kann man alles rausgeben– das gilt aber nicht für die IT.“  Die IT sei heute ein entscheidender Faktor für eine Bank: „Eine leistungsfähige IT ist definitiv ein Wettbewerbsvorteil“, betonte die Deutsch-Bankerin. „Egal, wohin Sie schauen: Neue Produkte für Kunden, die Automatisierung der internen Prozesse – all das hängt von der IT ab.“

          Georg Meck

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Gründe für die Misere sieht sie in der Vergangenheit: Das Wachstum des Konzerns hat die IT ausufern lassen, ohne dass der Vorstand in der Zentrale eingegriffen hat. Kim Hammonds wörtlich: „Jeder Geschäftsbereich hat in eine eigene IT investiert, was dazu geführt hat, dass die Systeme zu komplex geworden sind. Jetzt haben uns für einen einheitlichen Pfad entschieden. Bis Ende des Jahres werden wir 50 Hardware- und Software-Einheiten aussortieren, die am Ende ihres Lebenszyklus‘ standen. Von 45 Betriebssystemen, die parallel laufen, bleiben bis zum Jahr 2020 ganze vier übrig.“

          Sie werde das Wort „lausig“ nicht gebrauchen, das Deutsche Bank-Chef John Cryan für die IT geprägt hat, sagte Kim Hammonds – in der Analyse stimme sie aber mit ihm überein: „John Cryan und ich sind uns vollkommen einig, was zu tun ist: Unsere IT muss moderner und einfacher werden. Und das ziemlich rasch.“

          In dem F.A.S.-Interview spricht die 48 Jahre alte Managerin auch offen über ihre Krebserkrankung, die „alles verändert“ habe in ihrem Leben. „Ich war 35, als die Diagnose kam. Von einem Tag auf den anderen saß ich auf der Krebsstation. Manchen Menschen dort hat man nichts von der Krankheit angesehen, andere hatten keine Farbe mehr im Gesicht und kämpften um ihr Leben. Ich war plötzlich an einem Ort, den ich nie hatte betreten wollen, aber ich hatte keine Wahl: Es ging um mein Leben.“, berichtet Hammonds in der F.A.S: „Ich war sieben Monate in der Klinik, danach habe ich zehn Jahre lang Medikamente bekommen. Aber ich bin immer noch da.“ Auf die Frage, was heute ihre Botschaft an andere Krebspatienten sei, antwortete sie: „Du kannst überleben!“

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