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Wegen europäischer Zölle : Harley verlagert amerikanische Produktion teilweise ins Ausland

  • Aktualisiert am

Harley Davidson verkaufte im vergangenen Jahr 40.000 Motorräder in Europa. Bild: Reuters

Einer der größten Verlierer der europäischen Vergeltungszölle ist die amerikanische Kult-Motorradmarke Harley Davidson. Jetzt reagiert das Unternehmen.

          Der amerikanische Motorradbauer Harley-Davidson will wegen der höheren Zölle in Europa Teile seiner Produktion in den Vereinigten Staaten an Standorte im Ausland verlagern. Das betreffe für den europäischen Markt bestimmte Motorräder, teilte das Unternehmen am Montag mit. Preiserhöhungen für Händler oder Endverbraucher seien im Gegenzug nicht geplant, erklärte der Hersteller der Kult-Motorradmarke in einer Pflichtveröffentlichung für die amerikanische Börsenaufsicht SEC. Die Weitergabe der höheren Kosten würde das Geschäft in der betroffenen Region dauerhaft schädigen.

          Die EU hat Vergeltungszölle im Umfang von 2,8 Milliarden Euro auf amerikanische Produkte verhängt, weil die Vereinigten Staaten ihrerseits die Zölle auf Importe von Stahl und Aluminium erhöht hatten. Auf Harley-Davidson-Maschinen, die bis zu 43.000 Euro kosten, muss nun ein Zoll von 31 Prozent gezahlt werden, 25 Prozentpunkte mehr als vorher. Das mache ein solches Motorrad in Europa im Schnitt um 2200 Dollar teurer.

          (F.A.Z.-Digital-Abonnenten lesen hier ein Gespräch mit dem Europa-Chef von Harley Davidson über die Auswirkungen der Zölle auf das Geschäft.)

          Bis die Verlagerung der Produktion binnen 9 bis 18 Monaten über die Bühne geht, werde Harley-Davidson diese Kosten selbst tragen, hieß es. Das bedeute allein für den Rest dieses Jahres eine Belastung von voraussichtlich 30 bis 45 Millionen Dollar. Harley-Davidson ist das erste amerikanische Unternehmen, das eine detaillierte Einschätzung zu den Auswirkungen dieses Handelskonflikts abgab. Auch die amerikanischen Zölle belasten das Unternehmen, weil sie die Rohstoffkosten erhöhen.

          Dem Motorradbauer machen schon länger ein harter Preiskampf und eine alternde Stammkundschaft zu schaffen. Im ersten Quartal ging die Zahl der weltweit verkauften Maschinen um fast zehn Prozent auf 64.000 zurück, der Gewinn sank um knapp fünf Prozent auf 175 Millionen Dollar.

          Europa war mit knapp 40.000 verkauften Harley-Motorrädern im vergangenen Jahr der zweitwichtigste Markt für die Firma nach den Vereinigten Staaten. Harley-Davidson hat Werke außerhalb Amerikas in Brasilien, Indien und Thailand. Diese Fabriken sollen nun ausgebaut werden.

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