https://www.faz.net/-gqe-9ctyj

Strategiewechsel : Die Harley-Davidson wird elektrisch

Live-Wire heißt das elektrische Modell von Harley-Davidson. Bild: Harley-Davidson

Die Harley-Davidson ist ein Symbol Amerikas. Nach den Attacken von Trump ändert das Unternehmen nun seine Strategie: Moderner und leichter will man werden.

          Der Motorradhersteller Harley-Davidson holt zum Rundumschlag aus: Das Unternehmen aus Milwaukee, in jüngerer Zeit von sinkender Nachfrage auf dem Heimatmarkt gebeutelt und im Streit um Zölle und Vergeltungszölle zwischen die Fronten geraten, hat sich einen Wachstumsplan namens „More Roads to Harley-Davidson“ verordnet.

          Walter Wille

          Redaktion „Technik und Motor“

          Vorgesehen ist, die Produktpalette in den nächsten Jahren erheblich zu erweitern, neue Märkte und neue Marktsegmente zu erschließen. Das Angebot soll künftig über Cruiser und Tourenmaschinen im klassisch amerikanischen Stil hinausgehen. Die Amerikaner wollen in Segmenten antreten, um die sie bisher einen Bogen gemacht haben, sich unter anderem mit Reiseenduros und sportlich gezeichneten Motorrädern der Konkurrenz aus Europa und Japan stellen.

          Überdies verfolgen sie das Ziel, „die Führungsrolle bei der Elektrifizierung des Zweiradmarkts zu übernehmen“, wie es in einer Mitteilung heißt. Schon 2019 wird demnach die erste Elektro-Harley verfügbar sein. Der sollen bis 2022 verschiedene leichte, preiswerte Elektrofahrzeuge folgen.

          Breitere Modellpalette

          „Wir erwarten, dass wir mit diesen Maßnahmen unseren Kundenstamm um neue Gruppen von Motorradfahrern erweitern und im Zuge dessen unsere Umsätze sowie unsere Gewinnspanne steigern werden“, sagt Matt Levatich, Präsident von Harley-Davidson. Es gehe darum, das Geschäft in den Vereinigten Staaten neu zu beleben und das Wachstum auf den internationalen Märkten zu stärken.

          Statt sich allein auf den Verkauf schwerer, teurer Maschinen mit bollerndem V-Zweizylinder zu konzentrieren, will Harley nun die „umfassendste Modellpalette der Firmengeschichte anbieten und mit einem kompletten Portfolio von Motorrädern in einem breiten Spektrum von Preisklassen, Antriebskonzepten, Hubräumen und Kategorien weltweit aktiv sein“.

          Für Indien und weitere Länder Asiens soll ein günstiges Motorrad von etwa 250 bis 500 Kubikzentimeter Hubraum entwickelt werden, und zwar in Zusammenarbeit mit einem nicht näher bezeichneten asiatischen Hersteller.

          „Erhebliche Investitionen“ notwendig

          In der Mittelklasse will Harley-Davidson auf eine modulare Baureihe setzen, die vier Hubraumklassen von 500 bis 1250 Kubik abdeckt und von dem Jahr 2020 an diverse Reiseenduros, Custom-Maschinen und sogenannte Streetfighter hervorbringt. Eine Stärkung des Händlernetzes, Allianzen mit E-Commerce-Dienstleistern sowie neue Vertriebsformen, zum Beispiel in Form kleinerer Läden in den Städten, sind ebenfalls vorgesehen.

          Das alles werde „erhebliche Investitionen“ erfordern, räumt das Unternehmen ein. Vorgesehen sei, diese vollständig durch umfassende Kostensenkungen und Neuzuweisung von zuvor geplanten Investitionen und Ressourcen zu finanzieren. Das Projekt „More Roads to Harley-Davidson“ solle bis 2022 im Vergleich zu 2017 einen jährlichen Einnahmenzuwachs von mehr als einer Milliarde Dollar generieren.

          Weitere Themen

          Als die Grenze fiel Video-Seite öffnen

          August 1989 : Als die Grenze fiel

          Die Welt hat lange stillgestanden an der ungarisch-österreichischen Grenze. Bis zum 19. August 1989. Dann, vor 30 Jahren, platzte zwischen Fertörákos und Mörbisch eine Nahtstelle des Eisernen Vorhangs – mit weitreichenden Folgen für die Region und ganz Europa.

          Topmeldungen

          Zukunft der Koalition : Heißer Herbst

          Die Koalition versucht zur „Halbzeitbilanz“ im Dezember zu retten, was noch zu retten ist. Nun entscheidet auch die Wahl des neuen SPD-Vorsitzenden über ihre Agenda.
          „Fridays for Future“-Demonstration vom vergangenen Freitag in Berlin

          „Fridays for Future“ : Glaube an die eigene Macht

          Eine Studie zeigt, wie die Demonstranten der „Fridays for Future“-Proteste ticken. Was ihre Motive sind, welchen sozialen Hintergrund sie haben – und für welche Parteien sie stimmen würden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.