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Tarifkonflikt am Flughafen : Happige Forderung der Kontrolleure

In Terminal 1 des Frankfurter Flughafens soll eine zusätzliche Kontrollspur für kürzere Wartezeiten sorgen. Wenn nicht gerade gestreikt wird. Bild: Frank Röth

Auf den deutschen Flughäfen drohen die nächsten Streiks, denn die Gewerkschaft fordert 20 Euro Stundenlohn für jeden Kontrolleur. Die meisten Passagiere dürften wenig Verständnis haben, wenn sie deshalb schon wieder im Terminal warten müssen.

          An der Sicherheit in der Luftfahrt darf nicht gespart werden. Dieser Grundsatz ist richtig. Doch er birgt permanent das Risiko, für irgendeine Forderung instrumentalisiert zu werden. Und das droht im Tarifkonflikt für die 23.000 Beschäftigten der Sicherheitskontrollen an deutschen Flughäfen.

          Richtig und überfällig war es vor ein paar Jahren, die Ära der Stundensätze von weniger als 11 Euro für Kontrollkräfte zu beenden. Sicherheit ist zu wichtig, um sie in den Niedriglohnsektor auszulagern. Was die Gewerkschaftsvertreter aber nun fordern, ist happig und lässt sich nicht mehr durch Sicherheitsargumente rechtfertigen. 20 Euro je Stunde sollen es sein – nebenbei will man im Hauruckverfahren auch noch Lohndifferenzen zwischen Ost und West und zwischen verschiedenen Tätigkeiten tilgen. Für manchen Beschäftigten würde das bedeuten, dass er bei gleicher Arbeit sein Einkommen binnen eines Jahrzehnts beinahe verdoppeln könnte. Aufschläge von im Jahresvergleich 17 Prozent wären die Regel.

          Ein wesentlicher Teil der Last dieses Konflikts liegt bei den Reisenden: Wenn die Kosten an den Kontrollen derart steigen, wird Fliegen teurer. Scheitern die Tarifgespräche, könnte auch noch ein Streik die Reisepläne durchkreuzen. Passagiere dürften wenig Verständnis haben, wenn sie wegen dieser Forderungen auch 2019 wieder im Terminal warten müssen.

          Timo Kotowski

          Redakteur in der Wirtschaft.

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