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Deutscher Unternehmer : Melodien für Millionen

Hans Thomann in der Streicherabteilung seines Ladens im fränkischen Treppendorf. Bild: Tobias Schmitt

Niemand auf der Welt – noch nicht mal Amazon – verkauft mehr Instrumente im Internet als der Franke Hans Thomann. Von Treppendorf aus beliefert er Millionen Kunden in 140 Ländern. Eine Erfolgsgeschichte vom Dorf.

          6 Min.

          Damals, vor einem Vierteljahrhundert, als das Internet gerade dabei war, zum Massenmedium zu werden, war Hans Thomann ganz vorne mit dabei: 1996 begann er mit einer eigenen Internetseite zu experimentieren. Er war damit ungefähr zur selben Zeit am Start wie ein gewisser Jeff Bezos, der an der amerikanischen Westküste an seiner Online-Buchhandlung namens Amazon bastelte. Nur dass Thomann keine Bücher verschicken wollte, sondern wesentlich empfindlichere Waren: Gitarren, Geigen, Keyboards.

          Marcus Theurer

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Im Grunde seines Herzens hielt Thomann das Ganze am Anfang für eine Schnapsidee. „Ganz ehrlich“, sagt er in seinem weichem fränkischen Dialekt. „Ich hätte nie gedacht, dass der E-Commerce in unserer Branche mal so groß wird.“ Musikinstrumente sind schließlich nicht irgendein Produkt. Welcher Musiker würde schon eine E-Gitarre der amerikanischen Edelmarke Gibson, die so viel kostet wie ein gut erhaltener Gebrauchtwagen, im Internet kaufen, ohne sie vorher einmal in den Händen gehabt und angetestet zu haben? Das machen nicht viele, so glaubte Thomann – damals.

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