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Neuer Aufsichtsratsvorsitz : Ein heilsamer Schritt für die Commerzbank

  • -Aktualisiert am

Hans-Jörg Vetter Bild: dpa

Ein erster kleiner Schritt aus der Führungskrise ist für die Commerzbank getan. Klar ist aber auch: Ohne Rosskur wird es keine Heilung geben.

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          Die Commerzbank hat am Montag einen ersten kleinen Schritt aus der Führungskrise getan, in die sie die kopflosen Abtrittsankündigungen ihres Vorstandsvorsitzenden Martin Zielke und des Aufsichtsratsvorsitzenden Stefan Schmittmann getrieben haben. Der Bund als größter Aktionär hat daraufhin endlich Verantwortung für sein siechendes Milliardeninvestment Commerzbank übernommen, und sein Vorschlag für den Aufsichtsratsvorsitz fand am Montag sogar die Zustimmung der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat.

          Das ist bemerkenswert, denn Hans-Jörg Vetter gilt als konsequenter Sanierer, der vor einem tiefen Stellenabbau nicht zurückschreckt. Die dringend erforderliche Neuausrichtung der Commerzbank wird viele Stellen kosten, das Kreditinstitut ist schlicht zu breit aufgestellt, vieles lässt sich digital und damit schlanker betreiben.

          Die Anregung des zweitgrößten Aktionärs Cerberus, es brauche an der Aufsichtsratsspitze jemanden mit Verständnis für Digitalisierung, ist daher richtig. Dieses Verständnis aber Vetter allein wegen seines Alters abzusprechen ist fragwürdig. Gleichwohl: Cerberus legt den Finger oft in die richtigen Wunden. Das mag schmerzen. Aber ohne Rosskur wird es für die Commerzbank keine Heilung geben.

          Hanno Mußler
          Redakteur in der Wirtschaft.

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