https://www.faz.net/-gqe-14cur

Handyhersteller : Motorola prüft Verkauf der Netzwerk-Sparte

  • Aktualisiert am

In der Krise hat Motorola bereits Tausende von Stellen gestrichen Bild: REUTERS

Motorola hat schwere Zeiten hinter sich: Der einstige Branchenführer konnte nie mehr an den Erfolg seines früheren Topmodells „Razr“ anknüpfen. Im vergangenen Jahr kündigte der Konzern an, sich aufspalten zu wollen, doch die Pläne gerieten ins Stocken. Nun prüft der Konzern aber offenbar erste Angebote.

          1 Min.

          Der krisengeschüttelte amerikanische Telekomkonzern Motorola will sich in seiner Not aufspalten und Einzelteile verkaufen. Bereits im vergangenen Jahr kündigte der Konzern an, sich langfristig in zwei unabhängige Gesellschaften aufspalten zu wollen (siehe Motorola spaltet sich auf ). Die Pläne gerieten aber wegen der Wirtschaftskrise ins Stocken. Nun prüft der Konzern laut Medienberichten erste Angebote für die profitable Netzwerksparte rund um TV-Empfangsboxen. Das berichten das „Wall Street Journal“ und die „New York Times“ am Donnerstag übereinstimmend.

          Als Preis peile Motorola bis zu fünf Milliarden Dollar an. Zwei private Beteiligungsgesellschaften hätten bereits Interesse angemeldet. Analysten zufolgen könnten zu den Interessenten auch das von Nokia und Siemens betriebene Gemeinschaftsunternehmen Nokia Siemens sowie Ericsson, Samsung Electronics und Alcatel Lucent gehören.

          Ein Motorola-Sprecher kommentierte die Berichte zwar nicht im Detail. Der Konzern wolle aber wie bereits früher angekündigt seine Geschäfte langfristig aufteilen, bekräftigte er.

          Wegen der steilen Talfahrt bei Mobiltelefonen ist der Netzwerk- Bereich inzwischen Motorolas umsatzstärkstes Geschäft. Nach einem möglichen Verkauf stehe auch die Abspaltung des Handygeschäfts wieder auf der Tagesordnung, so die Berichte. Dritte Sparte ist die Firmen- Kommunikationstechnik mit unter anderem Funkgeräten, auch sie schreibt schwarze Zahlen.

          Bei der Sanierung seiner Handysparte sah Motorola zuletzt etwas Licht am Ende des Tunnels. In der Krise strich der Konzern bereits Tausende von Jobs und wechselte die Führung aus. Als Motorolas Hoffnungsträger gelten neue mobile Geräte wie das eben auf Basis des Google-Betriebssystems „Android“ gestartete Smartphone „Droid“.

          Der einst zu den Branchenführern zählende amerikanische Hersteller konnte an den Erfolg seines früheren Topmodells „Razr“ nie mehr anknüpfen (siehe Motorola: Völlig verblasst).

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Auch in Ungarn sind nicht alle mit Orbans Politik einverstanden: Protest gegen das Gesetz zur Homosexualität am 14. Juni in Budapest

          Empörung aus dem Ausland : Viktor Orbáns Lebenselexier

          Von einer „Elite“, gegen die Viktor Orbán kämpfen könnte, ist in Ungarn wenig übrig. Deshalb setzt der Ministerpräsident darauf, dass seine Gesetzesvorhaben aus dem Ausland angegriffen werden.
          Das Wahlplakat der Grünen

          #Allesistdrin : Die schöne Welt mit Lastenrad

          Ein Wahlplakat der Grünen zeigt eine vierköpfige Familie, die mit einem Lastenfahrrad durchs Grüne fährt. Und es zeigt ein Problem, das die Partei in ihrer Ansprache hat.
          Objekt des Kulturkampfes von Liberalen und Konservativen: Schüler unterschiedlicher Hautfarbe in Großbritannien

          Britische Debatte um Weißsein : Wer ist hier benachteiligt?

          Der Bildungsausschuss des britischen Unterhauses rechnet mit dem Begriff des „white privilege“ ab. Benachteiligt seien weiße Arbeiterkinder in den Schulen. Aktivisten werfen den Konservativen Kulturkampf vor.
          Das beleuchtete Kriegsmahnmal in Wolgograd - dem früheren Stalingrad - am Abend des 21. Juni 2021

          Überfall auf die Sowjetunion : Die langen Nachwirkungen des Vernichtungskriegs

          Die von Deutschen im Krieg gegen die Sowjetunion verübten Gräuel müssen endlich die Beachtung finden, die ihnen angesichts ihres unglaublichen Ausmaßes zukommt. Nicht nur aus moralischen, sondern auch aus politischen Gründen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.