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Handel : Schlecker will Woolworth-Filialen übernehmen

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Großes Interesse für Woolworth Bild: dpa

Die Drogeriemarktkette Schlecker will 71 Niederlassungen der insolventen Warenhauskette Woolworth kaufen. Nach Angaben des Kartellamts hat Schlecker entsprechende Pläne zur Prüfung angemeldet. Die Mitarbeiter sollen dem Insolvenzverwalter zufolge unter dem neuen Eigentümer möglichst ihre Stellen behalten.

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          Die Drogeriemarktkette Schlecker will 71 Niederlassungen der insolventen Warenhauskette Woolworth kaufen. Schlecker habe Pläne zur Übernahme der Filialen in Deutschland zur Prüfung angemeldet, teilte das Kartellamt mit. Das Personal soll nach Angaben des Insolvenzverwalters möglichst übernommen werden.

          Ein Sprecher des Woolworth-Insolvenzverwalters Ottmar Hermann sagte, es gebe ein Bieterverfahren für kleinere Standorte der insolventen Kette, die nicht mehr unter dem Namen Woolworth weiterbetrieben werden könnten. Das Bieterverfahren sei „auf der Zielgeraden“. Es gebe Gespräche mit „mehreren Filialisten“ aus der Handelsbranche, darunter Drogeriemärkte, Lebensmittelketten oder auch Schuhfilialketten. „Das Interesse ist überaus groß“, sagte ein Sprecher Hermanns. Der Insolvenzverwalter strebe Paketlösungen für die zum Verkauf stehenden Filialen an. Das Personal der Standorte solle möglichst von den Käufern übernommen werden.

          Woolworth will wieder schwarze Zahlen schreiben

          Die insolvente Kaufhauskette strebt für die zweite Jahreshälfte 2009 einen Gewinn an. Nach Angaben des Insolvenzverwalters ist es im bisherigen Insolvenzverfahren gelungen, die Personalkosten deutlich zu senken, das Sortiment gezielt auszudünnen und die Mieten zu senken. Woolworth sei inzwischen sehr gut aufgestellt. Vorbehaltlich der Verhandlungen mit den Eigentümern der Immobilien würden in der Insolvenz voraussichtlich deutlich mehr als die zuletzt genannten 150 von ursprünglich 310 Woolworth-Filialen fortgeführt.

          Schlecker will sich weiter ausbreiten

          Woolworth hatte zum Zeitpunkt der Insolvenz rund 9300 Mitarbeiter, davon 400 in der Zentrale und 8900 in den Filialen. Etwa die Hälfte der Mitarbeiter in den Filialen könnte bei anderen Ketten Arbeit finden. Die andere Hälfte soll in einer neuen Woolworth-Gesellschaft weiterbeschäftigt werden.

          Keine Zukunft unter der Marke Woolworth hat beispielsweise der größte hessische Standort auf der Frankfurter Einkaufsmeile Zeil mit rund 100 Beschäftigten. Dort gebe es zahlreiche Interessenten. Hermann will vor allem die mittelgroßen Filialen fortführen, während die ganz kleinen und ganz großen Geschäfte geschlossen werden.

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