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Handel : Metro wächst nur im Ausland

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Der Handelskonzern Metro hat im dritten Quartal im Heimatmarkt weniger als im Vorjahreszeitraum umgesetzt. Analysten zeigten sich enttäuscht über die Entwicklung. Dank steigender Erlöse im Ausland legte der Konzernumsatz dennoch um gut sechs Prozent zu.

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          Deutschlands Handelsriese Metro wächst im Heimatmarkt kaum mehr aus dem laufenden Geschäft. Umsatzzuwächse kamen im dritten Quartal des Jahres nur noch durch die Eröffnung zusätzlicher Verkaufsflächen wie bei den Konzerntöchtern Media Markt/Saturn. Die Auslandsexpansion bleibt daher entscheidender Eckpfeiler der Strategie von Vorstandschef Hans-Joachim Körber.

          „Die Internationalisierung des Unternehmens trägt maßgeblich zu dem unvermindert hohen und dynamischen Wachstum bei“, erläuterte er am Dienstag in Düsseldorf. Außerhalb Deutschlands, wo die Metro AG besonders mit der Großhandelskette Cash & Carry stark vertreten ist, erzielte das Unternehmen im Zeitraum Juli bis September einen Umsatz von 8,12 Milliarden Euro. Dies waren 11,9 Prozent mehr als vor einem Jahr.

          Konzern blieb hinter Erwartungen der Analysten

          Im Inland gingen die Erlöse dagegen um 0,3 Prozent auf sechs Milliarden Euro zurück. Insgesamt stand im Konzern damit ein Umsatzplus von 6,3 Prozent zu Buche. Der Auslandsanteil erreichte mit 57,4 Prozent einen Rekordwert, die stärksten Zuwächse kamen aus der Region Asien/Afrika sowie den Ländern Osteuropas.

          Das Deutschlandgeschäft enttäuschte

          Mit einem Gewinn vor Zinsen und Steuern von 281 (Vorjahr: 269) Millionen Euro blieb Metro allerdings hinter den Erwartungen vieler Analysten zurück, die dem Konzern im Schnitt gut 300 Millionen zugetraut hatten. Die Aktie reagierte prompt mit Kursverlusten und war mit einem Minus von einem Prozent auf 45,50 Euro einer der größten Verlierer im Deutschen Aktienindex.

          Körber zuversichtlich für das Gesamtjahr

          Kosten für die Übernahme der polnischen Warenhauskette Geant und der 85 Warenhäuser von Wal-Mart in Deutschland sowie Ausgaben für die Eröffnung zweier Märkte in Osteuropa hätten einen stärkeren Gewinnanstieg verhindert. Mit den Geschäften von Wal-Mart will Metro der noch Verluste bringenden Supermarktkette Real wieder auf die Sprünge helfen.

          Für das Gesamtjahr gab sich Körber zuversichtlich, den Umsatz um rund sechs Prozent steigern zu können. Bislang hatte Metro für 2006 eine Wachstumsspanne von vier bis sechs Prozent vorgegeben. Der Metro-Chef bekräftigte, daß der Gewinn je Aktie (Vorjahr: 2,47 Euro) um fünf bis acht Prozent steigen soll.

          Bei der im vergangenen Jahr durch einen Fleischskandal belasteten Tochter Real will Körber die offenbar schleppende Sanierung beschleunigen. „Wenn wir unser Ziel erreichen wollen, müssen wir besser werden“, mahnte er. Er bekräftigte, Real in diesem Jahr operativ in die schwarze Zahlen bringen zu wollen, schränkte aber ein: „Wenn das Weihnachtsgeschäft gut läuft, ist das möglich.“ Nach neun Monaten verbuchte Real immerhin noch einen Betriebsverlust vor Zinsen und Steuern von 74,9 Millionen Euro. Die ersten fünf Wal-Mart-Häuser sollen noch in diesem Jahr in Real umgetauft werden. Ob am Ende alle übernommenen Wal-Marts im Metro-Konzern blieben, ließ Körber offen.

          Überraschender Rückgang im Einzelhandel

          Die Metro-Zahlen belegten die am selben Tag vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen für den deutschen Einzelhandelsumsatz im September. Danach sanken die Erlöse gegenüber dem Vormonat um 1,7 Prozent und auf Jahressicht um 1,2 Prozent.

          Volkswirte zeigten sich überrascht, daß der Einzelhandelsumsatz trotz der verbesserten Situation am deutschen Arbeitsmarkt, niedrigerer Benzinpreise und der zu erwartenden Vorzieheffekte aufgrund der Mehrwertsteuererhöhung so schwach ausfiel.

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