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Handel : Arcandor meldet weitere Insolvenzen an

  • Aktualisiert am

Die Zahl der gefährdeten Arbeitsplätze steigt Bild: dpa

Der Handels- und Touristikkonzern hat weitere Gesellschaften in den Strudel seiner Insolvenz gezogen. Das Unternehmen hat für weitere 15 Tochter-Gesellschaften Insolvenzanträge gestellt. Betroffen seien 6700 Beschäftigte.

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          Der Handels- und Touristikkonzern Arcandor hat weitere Gesellschaften in den Strudel seiner Insolvenz gezogen. Der Konzern hat für weitere 15 Tochter-Gesellschaften Insolvenzanträge wegen drohender Zahlungsunfähigkeit gestellt. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch in Essen mit.

          Betroffen seien 6700 Beschäftigte aus dem Bereich Handel. Nach den vergangene Woche gestellten Insolvenzanträgen für die Hauptgesellschaft Arcandor sowie für Karstadt, Quelle und die Versandhandels-Dachgesellschaft Primondo steigt damit die Zahl der gefährdeten Arbeitsplätze auf mehr als 50.000.

          Betroffen sind unter anderem auch die Foto Quelle GmbH und der technische Kundendienst Profectis GmbH, die beide in Nürnberg ansässig sind. Insolvenzanträge wurden am Mittwoch beim Amtsgericht Essen auch für die Primondo Logistik mit 1300 Beschäftigten sowie die Quelle Communication Center in Magdeburg mit 1000 und in Berlin mit 1200 Beschäftigten gestellt.

          „Betroffen sind maßgeblich Gesellschaften, die Dienstleistungen oder andere Leistungen nahezu ausschließlich für die bereits insolventen Kernunternehmen erbringen“, erklärte das Unternehmen.

          Sal. Oppenheim verkauft Arcandor-Anteil

          Die eigenständig und gewinnbringend arbeitende Touristiktochter Thomas Cook ist von Insolvenzanträgen nicht betroffen. Für Spezialversender wie Baby Walz sind ebenfalls keine Anträge gestellt. Der Konzern ist derzeit auf die drei Säulen Tourismus (Thomas Cook), Warenhäuser (Karstadt) und Versandhandel (Primondo mit Quelle) aufgeteilt. Der vorläufige Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg will sich diesen Donnerstag in Essen zur Lage des Konzerns äußern.

          Unklar bleibt weiter, ob sich die notleidenden Karstadt- Warenhäuser nach der Insolvenz der Muttergesellschaft noch in eine Warenhaus-Ehe mit Kaufhof einbringen lassen. Metro-Chef Eckhard Cordes hatte vor Wochen diesen Vorschlag unterbreitet und davon gesprochen, dass auf diesem Wege rund 60 von 90 Karstadt-Häusern gerettet werden könnten (siehe Die Warenhausallianz würde 40 Filialen schließen).

          Unterdessen hat die Bank Sal. Oppenheim ihre 3,7 Prozent direkt an Arcandor gehaltenen Anteile verkauft. Die Oppenheim-Gesellschafter besitzen aber weiterhin über eine Beteiligungsgesellschaft knapp 25 Prozent an Arcandor. Zeitungsberichten zufolge haben die Gesellschafter des Bankhauses noch keine Entscheidung getroffen, ob sie nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens, die noch im Sommer erwartet wird, langfristig beim Arcandorkonzern engagiert bleiben werden. Arcandor-Großaktionärin Madeleine Schickedanz hat sich für den Erhalt des insolventen Unternehmens als Ganzes ausgesprochen und will ihren Anteil von rund 26,7 Prozent behalten.

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