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Februar-Zahlen : Hamsterkäufe bescheren Einzelhändlern deutlich mehr Umsatz

  • Aktualisiert am

Einkaufen in Zeiten der Krise. Bild: dpa

Die deutschen Einzelhändler haben zu Beginn der Corona-Krise auch dank Hamsterkäufen den stärksten Umsatzanstieg seit fast eineinalb Jahren geschafft. Für das Gesamtjahr sehen die Voraussagen wegen der geschlossenen Geschäfte aber düster aus.

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          Im deutschen Einzelhandel haben im Februar erste Hamsterkäufe zu Beginn der Corona-Krise eine starke Nachfrage nach Gütern des täglichen Bedarfs ausgelöst und die Umsätze nach oben getrieben. Im Jahresvergleich meldete das Statistische Bundesamt einen ungewöhnlich starken Zuwachs um 6,4 Prozent. Die gesteigerte Nachfrage werde im Einzelhandelsumsatz „teils deutlich sichtbar“.

          Für zusätzlichen Schwung sorgte aber auch ein zusätzlicher Verkaufstag. Der Einzelhandel konnte im Februar 25 Verkaufstagen nutzen und damit einen Verkaufstag mehr als im Februar 2019. Im Vergleich zum Vormonat seien die Erlöse kalender- und saisonbereinigt (real) um 1,2 Prozent gestiegen, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden weiter mit.

          Analysten wurden von der Stärke der Umsatzentwicklung überrascht. Sie hatten für Februar im Mittel nur einen Zuwachs von 0,1 Prozent im Monatsvergleich und 1,5 Prozent im Jahresvergleich erwartet. Im Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren habe sich die stärkere Nachfrage besonders deutlich gezeigt, hieß es in der Mitteilung. Die Branche setzte demnach im Februar bei den Supermärkten, SB-Warenhäusern und Verbrauchermärkten real 8,3 Prozent und nominal 11,1 Prozent mehr um als im Jahr zuvor.

          Vergleichsweise deutlich machte sich die bereits im Februar aufziehende Krisensituation auch in den Umsätzen von Apotheken sowie im Einzelhandel mit kosmetischen, pharmazeutischen und medizinischen Produkten bemerkbar: Hier errechneten die Wiesbadener Statistiker einen Anstieg um real 6,6 Prozent und nominal 7,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

          Ein starkes Umsatzplus von 11 Prozent erzielte der bereits seit geraumer Zeit boomende Internet- und Versandhandel. Das starke Plus sei „nicht ungewöhnlich und somit nicht eindeutig auf einen Sondereinfluss der Corona-Pandemie zurückzuführen“, erklärten die Statistiker.

          Experten gehen davon aus, dass der Einzelhandel aber künftig heftige Einbußen hinnehmen muss, da viele Geschäfte im Kampf gegen das Corona-Virus schließen mussten. „März und April dürften desaströs ausfallen, viele Läden machen keinen nennenswerten Umsatz mehr“, sagt Rolf Bürkl vom Konsumforscher GfK zu Reuters. „Auch durch das Internetgeschäft kann das nicht ausgeglichen werden.“ Eine Prognose für das Gesamtjahr will Bürkl nicht wagen. „Seriöse Aussagen sind aktuell nicht möglich. Es hängt davon ab, wann die Geschäfte wieder aufmachen können“, sagt der Konsumforscher.

          Die Viruskrise schlägt mittlerweile auch auf die Verbraucherstimmung durch: Diese ist aktuelle so schlecht wie seit der Weltfinanzkrise 2009 nicht mehr, wie die GfK in ihrer Umfrage unter 2000 Verbrauchern herausfand.

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