https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/hambrecht-reitzle-snabe-start-up-c1-hat-prominente-unterstuetzer-17924905.html

Startup C1 : Ein Promi-Trio macht Chemie

Continental-Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle Bild: Helmut Fricke

Mehr prominente Unterstützung aus der Wirtschaft kann ein junges Unternehmen aus Deutschland kaum bekommen: Das Chemie-Start-up Carbon One hat Geld von drei Spitzenkräften von BASF, Continental und Siemens erhalten.

          1 Min.

          Mehr prominente Unterstützung aus der Wirtschaft kann ein junges Unternehmen aus Deutschland kaum bekommen. Jürgen Hambrecht, ehemals Vorstands- und Aufsichtsratsvorsitzender von BASF, der ehemalige Linde-Chef und heutige Continental-Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle, dazu Jim Hagemann Snabe, einst SAP-Vorstandssprecher und amtierender Chefaufseher von Siemens – alle drei haben in Carbon One investiert.

          Bernd Freytag
          Wirtschaftskorrespondent Rhein-Neckar-Saar mit Sitz in Mainz.

          C1, wie sich das Berliner Start-up kurz nennt, ist angetreten, die chemische Industrie unabhängiger von Öl und Gas zu machen. Als Pilotprojekt bewerben die Gründer ein nach ihren Worten gänzlich neues Verfahren zur Herstellung von Methanol, einem der wichtigsten Grundstoffe der Chemie. Es soll nicht mehr aus einem Gemisch aus Wasserstoff und Kohlenmonoxid mithilfe eines Katalysators unter hohem Druck und hohen Temperaturen erzeugt werden. Ein neu entwickelter, hochwirksamer Katalysator benötige nicht nur weniger Druck und Hitze, er könne auch „überschüssige Biomasse oder Altplastik“ verarbeiten.

          Damit werde die Produktion von „grünem“ Methanol, wie es etwa in großen Mengen in der Schifffahrt gebraucht werde, überhaupt erst wirtschaftlich. Snabe, der als Chef des Verwaltungsrates auch schon die größte Reederei der Welt, die dänische Maersk, beaufsichtigte, lässt sich mit den Worten zitieren: Die Nachfrage nach der klimafreundlichen Antriebsalternative werde das Angebot auf Jahre hinaus übersteigen. Die Technologie von C1 „wird die Mehrkosten für grünes Methanol reduzieren und den Produktionshochlauf beschleunigen“.

          Entwickelt worden sei die neue Produktionsmethode nicht mehr mit langwierigen Experimenten, sondern auf Basis von „quantenchemischen Simulationen“ auf Hochleistungsrechnern. So könnten chemische Prozesse entwickelt werden, die vor einigen Jahren noch gar nicht denkbar gewesen seien, schreibt Jürgen Hambrecht, der zugleich Aufsichtsratsmitglied von C1 ist.

          Ob das Versprechen aufgeht, muss sich erst noch zeigen. Für den Erfolg spricht der Mitinitiator und Seriengründer Christian Vollmann. Der Mittvierziger hat unter anderem das Datingportal E-Darling, die Onlinevideothek My Video und das Nachbarschaftsnetzwerk Nebenan.de groß gemacht. Die Chemie ist für ihn allerdings Neuland. Das nötige Fachwissen stammt nach eigenen Angaben von einem Team um den Wissenschaftler und Erfinder der Technik, Marek Checinski. In einer ersten Finanzierungsrunde haben die Geldgeber zusammen 5 Millionen Euro investiert.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          „Bard“ soll mit dem KI-System Lambda arbeiten, das Google schon seit einiger Zeit entwickelt.

          KI-Dienst „Bard“ : Google stellt Antwort auf ChatGPT vor

          Der Internetkonzern kündigt das Sprachmodell „Bard“ an – und will damit Open AI Paroli bieten. Er verspricht auch mehr Künstliche Intelligenz für seine Suchmaschine.

          Erdbeben in Türkei und Syrien : Als der Boden zu wanken begann

          Nach dem Erdbeben im türkisch-syrischen Grenzgebiet steigt die Zahl der Toten an. Infolge des langen Kriegs in Syrien und der Fluchtbewegungen erweisen sich die Rettungsmaßnahmen als erheblich schwieriger als in der Türkei.
          Emmanuel Macron spricht 2020 per Videokonferenz mit Wladimir Putin (links). Zwei Jahre später sagt Putin dem Franzosen, er müsse sich fügen, ob es ihm gefalle oder nicht.

          Russlands Präsident : Wie Putin ausländischen Politikern droht

          Er wollte den georgischen Präsidenten „an den Eiern aufhängen“ und eine „Rakete“ auf die Downing Street abfeuern. Der diplomatische Ton von Wladimir Putin ist rau.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.