https://www.faz.net/-gqe-9f5fx

Kommentar zum Hambacher Forst : RWE allein am Kohle-Pranger

  • -Aktualisiert am

„Hambi“ nennen die Demonstranten liebevoll den Hambacher Forst. Mit dem Rodungsstopp haben sie einen vorläufigen Sieg errungen. Bild: dpa

Der Energiekonzern steht allein gegen Kohle- und Kapitalismuskritiker – die Politik hat kalte Füße bekommen. Doch ohne die Wirtschaft gibt es keinen Klimaschutz.

          Die Politik bekommt im Hambacher Forst kalte Füße. Mit einem eiligen Gesprächsappell „an alle Beteiligten“ reagiert Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Laschet auf den gerichtlich erzwungenen Rodungsaufschub. Der CDU-Mann hatte ohnehin Sicherheitsabstand zwischen sich und den Energiekonzern RWE gelegt und stets darauf verwiesen, die Genehmigung zur Fortführung des Braunkohletagebaus hätten seine rot-grünen Vorgänger erteilt.

          Auch auf Hilfe von Bundeswirtschaftsminister Altmaier hofft RWE-Chef Rolf Schmitz vergebens. Er wünscht sich die Klarstellung, dass die aus Betriebsgründen kurzfristig nötige Rodung des Forsts nichts mit der Kommission zu tun haben solle, die den längerfristigen Ausstiegsplan aus der Braunkohle erarbeiten soll.

          RWE steht nun allein gegen Kohle- und Kapitalismuskritiker, die den Rechtsstaat bekanntlich nur respektieren, wenn er zu ihren Gunsten urteilt. Ansonsten besetzen sie Bäume, werfen Steine und mehr – im Gefühl, auf der „richtigen Seite der Geschichte“ zu stehen. Weicht die Politik vor dieser Anmaßung zurück, wird sie das in vielen Unternehmen Vertrauen kosten, nicht nur bei RWE. Doch ohne die Wirtschaft gibt es keinen Klimaschutz.

          Heike Göbel

          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Als die Grenze fiel Video-Seite öffnen

          August 1989 : Als die Grenze fiel

          Die Welt hat lange stillgestanden an der ungarisch-österreichischen Grenze. Bis zum 19. August 1989. Dann, vor 30 Jahren, platzte zwischen Fertörákos und Mörbisch eine Nahtstelle des Eisernen Vorhangs – mit weitreichenden Folgen für die Region und ganz Europa.

          Topmeldungen

          Gletscher Okjökull : Das Eis verlässt Island

          Die Gletscherschmelze ist ein eindrückliches Merkmal der Klimaerwärmung: Der einstige Gletscher Okjökull auf Island ist heute keiner mehr. Die isländische Ministerpräsidentin appelliert an die Weltgemeinschaft.
          In einem Gedenkgottesdienst nehmen Angehörige, Freunde und Nachbarn Abschied von dem achtjährigen Jungen

          Nach Frankfurter Gewaltat : Abschied von getötetem Achtjährigen

          Nach der grausamen Tat am Frankfurter Hauptbahnhof haben Angehörige, Freunde und Nachbarn in einem Gedenkgottesdienst Abschied von dem getöteten Jungen genommen. Auch Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier war anwesend.
          Angestellte von Google und Youtube beim Gay Pride Festival in San Francisco, Juni 2014

          Trump gegen Google : Man nennt es Meinungsfreiheit

          Ohne das Internet wäre Donald Trump wohl nicht amerikanischer Präsident geworden. Jetzt beschwert er sich über politische Ideologisierung bei Google. Aus dem Silicon Valley schallt es zurück.
          Im Jahr 2016 ist es in Kalkutta zwar noch wuseliger, aber die Anzahl der Läden und Fahrzeuge deuten auf einen Entwicklungsfortschritt hin.

          Wohlstand, Gesundheit, Bildung : Der Welt geht es immer besser

          Kurz bevor er starb, hat der schwedische Arzt Hans Rosling noch ein Buch geschrieben. Es hat eine zutiefst erschütternde These: Der Zustand der Welt verbessert sich, doch keiner bekommt es mit. Woran liegt das?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.