https://www.faz.net/-gqe-8itmy

Regionalflughafen im Hunsrück : Hahn-Verkauf vor dem Aus

  • Aktualisiert am

Der Regionalflughafen Frankfurt-Hahn Bild: dpa

Eigentlich sollte der Regionalflughafen an einen chinesischen Investor verkauft werden. Nun wackelt der Verkauf.

          Der Verkauf des Flughafens Hahn an den chinesischen Investor SYT droht zu platzen. Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) teilte am Mittwoch in Mainz mit, der Käufer habe eine Frist zur Vorlage von Belegen für eine vereinbarte Teilzahlung verstreichen lassen. Als Grund habe SYT angegeben, dass die chinesische Regierung die Genehmigung der Zahlung verzögere. Die Privatisierung werde fortgesetzt, „notfalls mit einem der anderen Interessenten“, sagte Lewentz. Die Landesregierung informierte die
          Fraktionsvorsitzenden des Landtags von dem Vorgang. Der Landtag
          sollte im Juli dem Gesetz für den Verkauf zustimmen.

          Die Allgemeine Zeitung in Mainz hatte berichtet, Lewentz werde dem Landtag vorschlagen, den geplanten Verkauf von der Tagesordnung des Parlaments im Juli zu nehmen. Damit läge das Hahn-Veräußerungsgesetz erst einmal auf Eis. Parallel wolle das Land mit zwei weiteren Interessenten verhandeln. Gut informierte Kreise bestätigten der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch den Bericht.

          Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD)

          Der verschuldete Regionalflughafen im Hunsrück ist bereits an die Shanghai Yiqian Trading Company (SYT) verkauft, doch der rheinland-pfälzische Landtag muss dem Deal noch zustimmen. Nach der Vertragsunterzeichnung im Juni kamen Unstimmigkeiten auf, weil die Firma SYT in China offensichtlich kaum bekannt ist und die Geschäftspartner im Dunkeln blieben. Der Flughafen gehört zu 82,5 Prozent Rheinland-Pfalz, der Rest gehört Hessen.

          Der SWR fand bei der Adresse des Mehrheitsgesellschafters des Käufers, der Guo Qing Investment Company, nach eigenen Angaben einen Autoreifenhandel vor. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte wenige Tage nach der Vertragsunterzeichnung: „Ich kann nur sagen, dass ich mich vergewissert habe, dass diejenigen, die die Verkaufsverhandlungen geführt haben, alles an Sicherheiten eingeholt haben, was möglich ist.“ Die Beratungsgesellschaft KPMG hatte die Verhandlungen für das Innenministerium geführt.

          Der Flughafen Hahn war einst ein amerikanischer Militärflughafen. 1993 begann die zivile Nutzung. Der irische Billigflieger Ryanair fliegt seit 1999 in den Hunsrück und baute den Flughafen zu einem Drehkreuz aus. Die Fluglinie ist bis heute der mit Abstand wichtigste Kunde. 2009 schied der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport als Anteilseigner am Flughafen aus.

          Weitere Themen

          Kommen wirklich die Richtigen?

          Hanks Welt : Kommen wirklich die Richtigen?

          Wie kann das Dilemma von offenen Grenzen im üppigen Sozialstaat gelöst werden? Der Markt bietet das gerechtere und humanere Arrangement als Bürokraten oder korrupte Schlepperbanden.

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.