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Debatte über Führungskräfte : Warum die Chefs nicht besser werden

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Im falschen Takt? Die Führungskräftedebatte bedarf einer grundsätzlichen Analyse. Bild: dpa

Haben wir die richtigen Chefs? Seit einigen Wochen gibt es eine angeregte Debatte zu dem Thema. Allerdings: Immer geht es um „die da oben ohne Visionen“. Es fehlen die Gegenmeinungen. Ein Gastbeitrag des BWL-Professors Christian Scholz.

          Haben wir die richtigen Chefs? Unter dieser Überschrift lief in den vergangenen Woche eine angeregte Diskussion auf FAZ.net über die Führungsqualitäten deutscher Manager. Es begann mit deftigen Thesen von Joachim Sauer, der als Präsident des Bundesverbandes der Personalmanager die Fähigkeiten deutscher Führungskräfte geißelte. Es folgte der F.A.Z.-Artikel von Sven Astheimer unter dem Titel „In Deutschland führen die Falschen“ und eine Reihe weiterer Beiträge zur Debatte.

          Dieses Phänomen machen sich Berater und populistische Redner zunutze, indem sie je nach Publikum unter tosendem Applaus jeweils die nicht Anwesenden als Führungsproblem brandmarken und sich für diese wohlfeile Erkenntnis feiern sowie entsprechend bezahlen lassen: Da sind „die da oben ohne Vision“, „die da unten ohne Motivation“ oder – besonders beliebt – „die dazwischen eine Lähmschicht“. Es sind also immer wechselseitig „die anderen“, woraus sich kein Handlungsdruck in die eigene Richtung ergibt. Das erklärt bereits, warum sich bei der Personalführung in den vergangenen Jahrzehnten in der Praxis kaum etwas geändert hat.

          Um es zu verdeutlichen: Vor 40 Jahren arbeitete der Autor dieses Beitrags mit Lochkarten, hatte kein Internet, kein iPhone und mit Glück drei Kanäle im Fernsehen. Aber er erlebte damals in seinen Unternehmenspraktika die identische Personalführung wie heute. Zudem gab es im Führungsbereich die gleichen Themen, die gleiche Rhetorik, die gleichen Vorschläge (wie zum Beispiel die Fachkarriere), die gleichen Artikel in den Magazinen für Manager und die gleichen Verdrängungsrituale.

          Warum also überhaupt noch über dieses Thema nachdenken? Dafür gibt es viele wichtige Gründe, die im Wesentlichen alle darauf hinauslaufen, dass Führung immer erfolgskritischer und gleichzeitig schwieriger wird. Deswegen bietet es sich an, diese „Einigkeit“ in unserem Diskurs über die schlechte Führung einmal näher zu analysieren und auf ihre Richtigkeit hin abzuklopfen.

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