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Schwedischer Modehändler : H&M wird erstmals von Frauen geführt

Die neue H&M-Chefin Helena Helmersson Bild: AFP

Helena Helmersson löst Karl-Johan Persson als Geschäftsführerin ab. In Deutschland erregt das Modeunternehmen gerade mit einem Eklat außerhalb des eigentlichen Geschäfts Aufsehen.

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          Der schwedische Modehändler H&M kündigt eine neue Ära an: Helena Helmersson wird mit sofortiger Wirkung neue Geschäftsführerin. Damit wird der Modehändler das erste Mal von einer Frau geführt. Der ehemalige Geschäftsführer Karl-Johan Persson wechselt in den Aufsichtsrat, er führte das Unternehmen zehn Jahre lang. Persson ist der Enkel des H&M-Gründers. Die Position des Aufsichtsratschef hatte zuletzt sein Vater Stefan Persson inne. Stefan Persson tritt im Mai nach mehr als zwanzig Jahren aus dem Unternehmen zurück, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte.

          Stefanie Diemand

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Klaus Max Smolka

          Redakteur in der Wirtschaft.

          In Deutschland erregt H&M gerade mit einem Eklat außerhalb des eigentlichen Geschäfts Aufsehen: Die Datenschutzaufsicht trat als Folge von F.A.Z.-Berichten über die Ausforschung von Mitarbeitern im Nürnberger H&M-Kundenzentrum für Deutschland auf den Plan und leitete ein Bußgeldverfahren ein. Nach Erkenntnis des zuständigen Datenschutzbeauftragten zeichneten Vorgesetzte systematisch sensible Daten zu Gesundheit und Privatleben Beschäftigter auf – bis hin zu Krebsleiden.

          Im Rahmen der Bilanzpressekonferenz in Stockholm sagte Stefan Persson, es sei sein ausdrücklicher Wunsch, dass Karl-Johan Nachfolger auf seinem Posten werde. Helmersson ist bereits seit dem Jahr 1997 im Unternehmen. Ihre Karriere begann in der Einkaufsabteilung, zuletzt war sie Produktionsleiterin der Tochtergesellschaft in Hongkong.

          Der Zeitpunkt für den Wechsel sei günstig: Die Marktposition H&Ms sei stark, die Gewinne stiegen wieder. Der Gewinn vor Steuern nahm für das vom Dezember 2018 bis November 2019 laufende Geschäftsjahr um 11 Prozent auf 1,64 Milliarden Euro zu. Die Nettoerlöse stiegen im Jahresvergleich ebenfalls um 11 Prozent, und zwar auf knapp 21,9 Milliarden Euro. „Diese positive Vorstellung zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagt Karl-Johan Persson.

          Dennoch steht die neue Geschäftsführerin vor vielen Herausforderungen: Lange baute H&M das Onlinegeschäft nicht aus, investierte hauptsächlich in das stationäre Ladennetz. Gleichzeitig traten neue Konkurrenten wie Billiganbieter Primark auf den Markt. Im vergangenen Jahr kündigte der Konzern an, sein Onlinegeschäft ausbauen zu wollen und Läden zu schließen. Bisher scheint die Strategie aufzugehen.

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