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Nach Datenschutzverstoß : H&M soll wegen Ausspähung von Mitarbeitern 35 Millionen Euro zahlen

H&M muss eine Millionenstrafe zahlen. Bild: AFP

Der schwedische Modekonzern muss ein millionenschweres Bußgeld zahlen. Der Grund: H&M hatte mit der Überwachung Hunderter Mitarbeiter eines Servicecenters gegen den Datenschutz verstoßen. Der Fall war durch Recherchen der F.A.Z. bekannt geworden.

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          Wegen des Ausspähens von Mitarbeitern in Deutschland soll der Modekonzern Hennes & Mauritz 35,3 Millionen Euro Bußgeld zahlen. Der Fall war durch mehrere Berichte der F.A.Z. seit Oktober bekannt geworden. Der Konzern habe mit der Überwachung Hunderter Mitarbeiter des Servicecenters in Nürnberg gegen den Datenschutz verstoßen, teilte der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz, Johannes Caspar,  am Donnerstag mit. Er ist zuständig, weil die Deutschlandzentrale des schwedischen Modekonzerns in Hamburg ihren Sitz hat. H&M kündigte an, den Bußgeldbescheid zu prüfen.

          Klaus Max Smolka

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Es geht um die Aufzeichnung sensibelster Daten zu Krankheiten und anderen persönlichen Umständen im H&M-Kundenzentrum für Deutschland und Österreich in Nürnberg. Berichte der F.A.Z. riefen die Datenschützer auf den Plan: Die von H&M erhobenen Mitarbeiterdaten enthielten "detaillierte und systematische Aufzeichnungen von Vorgesetzten über ihre Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer“, teilte Caspar später, im Januar, der F.A.Z. mit und gab auch bekannt, ein Bußgeldverfahren eingeleitet zu haben.

          Von der Blasenschwäche bis zur Krebserkrankung

          „Es handelt sich dabei auch um Gesundheitsdaten der Betroffenen, von der Blasenschwäche bis zur Krebserkrankung, sowie um Daten von Personen aus deren sozialen Umfeld wie etwa familiäre Streitigkeiten, Todesfälle oder Urlaubserlebnisse." 

          Nun steht auch die Höhe fest: „Der vorliegende Fall dokumentiert eine schwere Missachtung des Beschäftigtendatenschutzes am H&M-Standort Nürnberg“, ließ Caspar wissen. „Das verhängte Bußgeld ist dementsprechend in seiner Höhe angemessen und geeignet, Unternehmen von Verletzungen der Privatsphäre ihrer Beschäftigten abzuschrecken.“

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