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Großfusion : Ein neuer Werbeweltmarktführer

Maurice Levy leitet Publicis seit 25 Jahren Bild: AFP

Die amerikanische Omnicom und die französische Publicis wollen fusionieren. Sie würden zum größten Werbeunternehmen der Welt und den britischen Marktführer WPP von Platz 1 verdrängen.

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          In der Werbebranche entsteht ein neuer Weltmarktführer: Der New Yorker Werbekonzern Omnicom und sein französischer Wettbewerber Publicis wollen zusammengehen. Geplant ist nach Angaben den Publicis eine Fusion unter Gleichen, die Aktionäre der beiden Unternehmen sollen jeweils 50ß Prozent des Aktienkapitals halten. Firmensitz werde sowohl Paris als auch New York sein. Der Deal soll im viertel Quartal dieses Jahres, spätestens aber zu Beginn des kommenden Jahres abgeschlossen sein.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Sollte die Transaktion zustande kommen, würde das zusammengeschlossene Unternehmen den bisherigen Weltmarktführer WPP aus Großbritannien ablösen. WPP kam im vergangenen Jahr auf einen Umsatz von 10,4 Milliarden Pfund (12 Milliarden Euro). Die bisherige Nummer zwei Omnicom wies 14,2 Milliarden Dollar (10,7 Milliarden Euro) aus, dahinter folgte Publicis mit 6,6 Milliarden Euro.

          Zu Omnicom gehören heute Agenturen wie BBDO und DDB, unter dem Dach von Publicis befinden sich unter anderem die gleichnamige Agentur sowie Saatchi & Saatchi und Leo Burnett. Ein Zusammenschluss der beiden Unternehmen könnte nach Auffassung von Beobachtern auf kartellrechtliche Bedenken stoßen.

          Zwei Chefs - erstmal

          Zu einer anderen Hürde könnten mögliche Interessenkonflikte werden, da die beiden Werbegruppen teils scharfe Rivalen betreuen. So ist Pepsico ein wichtiger Kunde von Omnicom, während Coca-Cola mit Publicis arbeitet. Es heißt, der Zusammenschluss solle als Fusion unter Gleichen strukturiert werden, genauere Details zu den Konditionen wurden nicht genannt.

          Mitunter wird bereits kolportiert, Omnicom-Vorstandsvorsitzender John Wren und sein Publicis-Kollege Maurice Levy würden das kombinierte Unternehmen zusammen als Ko-Vorstandschefs führen. Wren steht seit mehr als 15 Jahren an der Spitze von Omnicom, Levy ist sogar seit mehr als 25 Jahren Chef von Publicis.

          Das fusionierte Konzern könnte den Namen Publicis Omnicom Groupe tragen, hieß es weiter. Die Aktien sowohl von Omnicom als auch von Publicis haben sich in jüngster Zeit an der Börse gut geschlagen, ihre Kurse haben seit Jahresbeginn jeweils um rund 30 Prozent zugelegt. Publicis hat derzeit einen Börsenwert von rund 11,6 Milliarden Euro, Omnicom kommt auf 16,8 Milliarden Dollar (12,7 Milliarden Euro).

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