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Sorgen in Großbritannien : Weniger Alkoholika zu Weihnachten?

Weinflaschen in einem Supermarkt in London Bild: REUTERS

In Großbritannien könnte bald ein Teil des Angebots an Wein, Sekt und Spirituosen knapp werden, mahnen Händler und Hersteller. Der Grund: Ein Mangel an Lkw-Fahrern.

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          Eine Gruppe britischer Händler und Hersteller von Wein, Sekt und Spirituosen warnt davor, dass aufgrund des Lastwagenfahrermangels in der Weihnachtszeit nur eingeschränkte Lieferungen und ein reduziertes Sortiment möglich sein werden. Fast 50 Unternehmen fordern in einem Brief Verkehrsminister Grant Shapps zu „dringendem Handeln“ auf, sonst drohten einige alkoholische Getränke aus den Supermarktregalen zu verschwinden.

          Philip Plickert
          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Konkret müssten die bislang zeitlich eng begrenzten Visa für ausländische Lkw-Fahrer auf ein Jahr verlängert werden und die Transportrouten von den Häfen verbessert werden, schreiben die Unternehmen in dem Brief, den die Wine and Spirit Trade Association (WSTA) verbreitet hat. Zu den Unterzeichnern zählen neben vielen Weinhändlern auch Unternehmen wie Campari Group UK, Moet Hennessy und Jägermeister UK.

          Ihre Lage sei kritisch. Wo sie früher zwei bis drei Tage für eine Lieferung gebraucht hätten, dauere der Prozess heute oft fünfzehn Tage. Die Transportunternehmen hätten ihre Tarife um durchschnittlich 7 Prozent oder mehr erhöht.

          Container-Rückstaus

          Ed Baker, Geschäftsführer von Kingsland Drinks, die pro Jahr etwa 185 Millionen Flaschen Wein abfüllen, etwa jede achte auf der Insel getrunkene Flasche, schildert die Situation seines Unternehmens. Wegen eines Rückstaus an Getränkecontainern gebe es an den Eisenbahnknotenpunkten nahe Manchester oder im Hafen von Liverpool Engpässe. „Die Extrakosten für die Fahrer werden die Preise hochtreiben und wenn Produkte zu spät ankommen, kann das dazu führen, dass es in der Festzeit einige Getränke nicht bis in die Supermarktregale schaffen.“

          Auch die Auswahl an manchen frischen Lebensmitteln könnte sich in den nächsten Wochen reduzieren, warnte Shane Brennan, der Chef der Cold Chain Federation, des Verbands der Logistiker für gekühlte Güter, in einer Parlamentsanhörung. Es drohe keine Knappheit, aber wegen vereinfachter Lieferketten gebe es eine kleinere Bandbreite an Produkten. Lebensmittellieferungen, die früher einen Tag dauerten, seien heute drei Tage unterwegs. Christian Härtnagel, Chef von Lidl UK, sagte, echte Fehlbestände in Supermärkten seien bislang nur ein vereinzeltes Problem. Die Verfügbarkeit sei inzwischen besser als vor zehn Wochen. „Aber dieses Weihnachten wird viel härter als irgendein Weihnachten zuvor“, sagte er der Fachzeitschrift The Grocer.

          Laut dem britischen Frachtunternehmerverband fehlen bis zu 100.000 Lkw-Fahrer in Großbritannien. Jedes Jahr gehen mehrere zehntausend Fahrer in Rente, während der Corona-Zeit haben viele den anstrengenden Beruf aufgegeben. Und seit dem Brexit sind mehrere zehntausend Osteuropäer als Fahrer weggezogen. Die Regierung hat 5000 Visa zusätzlich versprochen, doch ist die Nachfrage mäßig. Verkehrsminister Shapps hofft, dass beschleunigte Fahrprüfungen den Mangel lindern, doch die Industrie warnt, diese Lösung dauere zu lange.

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