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Größter Medienkonzern Europas : Rabe wird Bertelsmann-Chef

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Finanzvorstand Thomas Rabe unterhält sich mit Hartmut Ostrowski, dem Bertelsmann-Vorstandsvorsitzenden Bild: dpa

Bertelsmann wechselt die Führung: Vorstandschef Ostrowski geht vorzeitig in den Aufsichtsrat. Nachfolger wird Finanzchef Thomas Rabe.

          An der Spitze von Bertelsmann steht ein Wechsel bevor: Finanzvorstand Thomas Rabe wird zum 1. Januar 2012 Vorstandsvorsitzender des größten Medienkonzern Europas. Das teilte das Unternehmen am Montag mit.

          Vorstandschef Hartmut Ostrowski geht überraschend in den Aufsichtsrat des Unternehmens. Nach Informationen der F.A.Z. wechselt er zum Jahreswechsel in das Aufsichtsgremium als einfaches Mitglied. Er führt dafür persönliche Gründe an. Sein Vertrag lief eigentlich bis Ende des Jahres 2012. Der 53 Jahre alte Ostrowski steht seit 2008 an der Spitze von Bertelsmann.

          Gruppenbild bei Bertelsmann: Markus Dohle (von links), Finanzvorstand Thomas Rabe, Vorstandsvorsitzender Hartmut Ostrowski, Bernd Buchholz, Gerhard Zeiler und Rolf Buch Bilderstrecke

          Ostrowski hat Bertelsmann gemeinsam mit Rabe durch die tiefe Medienkrise von 2009 geführt und sich als Sanierer bewährt. Er hat dem Konzern mit Hauptsitz in Gütersloh das größte Sparprogramm in fast 180 Jahren Firmengeschichte auferlegt und ertragsschwache Bereiche abgestoßen. So wurde das Buchclubgeschäft schrittweise zusammengeschrumpft und verlor seine Eigenständigkeit als Konzernsäule.

          Ostrowski habe das Unternehmen in schweren Zeiten geführt, sagt Gunter Thielen, Vorsitzender des Aufsichtsrates. „Bertelsmann ist Hartmut Ostrowski zu großem Dank verpflichtet.“

          Thomas Rabe ist seit Januar 2006 Finanzvorstand und leitet das Corporate Center der Bertelsmann AG. In gleicher Position hat er davor seit 2000 für die RTL-Gruppe in Luxemburg gearbeitet. „Wir sind sicher, dass wir mit ihm einen Unternehmer an der Spitze haben, der weitere Impulse für die Wachstumsstrategie und die Weiterentwicklung von Bertelsmann setzen wird“, sagte Aufsichtsratschef Thielen dazu. Über einen Nachfolger von Rabe soll nach Angaben von Bertelsmann zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden.

          Im vergangenen Jahr übertraf das Konzernergebnis mit 656 Millionen
          Euro die eigenen Prognosen. Bertelsmann erzielte eines seiner besten
          Ergebnisse. Zum Konzern gehören der Unterhaltungskonzern RTL Group, die Dienstleistungstochter Arvato, der Buchverlag Random House sowie der Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr.

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