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Größte Luftfahrtschau : Pannen, Regen, Kauflaune in Le Bourget

  • Aktualisiert am

Eurocopter X3 landet in Le Bourget Bild: AFP

Die Luftfahrtbranche sieht sich im Aufwind. Trotz Pannen und Regen herrscht gute Stimmung auf dem Aero-Salon in Le Bourget. Die ersten Aufträge werden verkündet.

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          Mit den ersten Auftragseingängen ist am Montag die größte Luftfahrtschau in Le Bourget bei Paris gestartet. Nach einer Kurzvisite von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy eröffnete der amerikanische Hersteller Boeing den Reigen mit einer laut Preisliste 1,7 Milliarden Dollar schweren Order von Qatar Airways für sechs Maschinen des Typs 777-300 ER. Qatar stellte weitere Aufträge während der Messe in Aussicht. Die brasilianische Fluglinie TAM orderte für ihre künftige Flotte aus 27 Airbus A350 bei Rolls-Royce Triebwerke für insgesamt 2,2 Milliarden Dollar.

          Regnerisches Wetter beeinträchtigten die Vorführungen in der Luft. Europas größter Flugzeugbauer gelang der Start nur mit Pannen. Zwei Airbus-Vorzeigeflieger - der Militärtransporter A400M und der Mega-Jet A380 - werden beim weltgrößten Branchentreff am Boden bleiben. Beim Einparken auf dem Gelände hatte einer der Riesenjets ein Gebäude gestreift. Airbus stellte jedoch in Aussicht, nun eine A380 der Korean Air am Dienstag im Flug vorzuführen.

          Insgesamt prägte Optimismus den Auftakt der 49. Internationalen Luft- und Raumfahrtmesse. „Die Luft- und Raumfahrtindustrie schaut nach der globalen Krise wieder nach vorne und konzentriert sich auf internationales Wachstum“, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Studie des Beratungsunternehmens Roland Berger. Beflügelt durch den Aufschwung in der Luftfahrt erwarten die Hersteller erneut Großaufträge. Aus Deutschland sind 79 Unternehmen in Le Bourget vertreten, wie der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI) berichtete. Die Branche repräsentiert in Deutschland mit ihren 95 400 Beschäftigten einen Gesamtumsatz von knapp 25 Milliarden Euro.

          Auftrag über 1,7 Milliarden Dollar: Akbar Al Baker von Qatar Airways (links) bestellt bei Jim Albaugh von Boeing
          Auftrag über 1,7 Milliarden Dollar: Akbar Al Baker von Qatar Airways (links) bestellt bei Jim Albaugh von Boeing : Bild: AFP

          Bio-Treibstoff soll CO2-Emissionen ersparen

          Erstmals wird auch die chinesische Luftfahrtindustrie in Le Bourget vertreten sein. Sie greift ebenso wie Brasilianer, Kanadier und Russen mit Neuentwicklungen die globale Vorherrschaft der Rivalen Airbus und Boeing an. Boeing zeigt erstmals außerhalb der Vereinigten Staaten die neue Langversion seines legendären Jumbos, die 747-8. Er gilt als längstes Flugzeug der Welt.

          Auch die Hersteller kleinerer Regionalmaschinen hoffen auf Großaufträge. Die europäische ATR hatte die Nase vorn. Die Leasingfirma GE Capital Aviation Services (GECAS) kauft 15 Turboprop-Verkehrsflugzeuge des Typs ATR 72-600 und zeichnet Optionen für 15 weitere im Wert von 680 Millionen Dollar, gab ATR-Chef Filippo Bagnato bekannt. Das vor 30 Jahren von der europäischen EADS und der italienischen Alenia (Finmeccanica) gegründete Gemeinschaftsunternehmen ist Weltmarktführer beim Bau zweimotoriger Turboprop-Verkehrsflugzeuge.

          Star der Messe dürfte das Solarflugzeug Solar Impulse sein, das die Suche der Branche nach energiesparenden Lösungen beim Antrieb ihrer Flugzeuge symbolisiert. Dazu gehört auch der erste transatlantische Flug eines Gulfstream-Jets von New Jersey nach Le Bourget mit Biosprit. Eins der beiden Triebwerke wurde allerdings weiter mit dem klassischen Jet-Treibstoff betrieben. Bio-Treibstoff kann der Umwelt nach Branchen-Schätzungen mehrere Millionen Tonnen schädlicher CO2-Emissionen pro Jahr ersparen. Auch Boeing testete bei einem 747-Frachter erfolgreich den Einsatz des Öko-Treibstoffs. Insgesamt sind 2100 Aussteller auf der einwöchigen Messe präsent.

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