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Absatzrekorde bei Bionorica : Grippewelle treibt Verkauf von Sinupret & Co.

  • -Aktualisiert am

Auf Erfolgskurs: Im Bereich der pflanzlichen Atemwegpräparate konnte Bionorica seine Marktführerschaft weiter ausbauen. Bild: Bionorica SE / Stefan Hank

Die Bionorica-Gruppe profitiert mit ihren pflanzlichen Arzneimitteln von Husten, Schnupfen, Heiserkeit – und verzeichnet in diesen Tagen Absatzrekorde.

          Eine Grippe- und Erkältungswelle solchen Ausmaßes hat Michael Popp noch nie erlebt. Dass die Menschen inzwischen flächendeckend in ganz Deutschland unter Atemwegserkrankungen litten, sei verglichen zu den sonst üblichen Wellenbewegungen ungewöhnlich, beschreibt der Vorstandsvorsitzende und Inhaber der Bionorica-Gruppe aus Neumarkt in der Oberpfalz. Wenn jedoch viele Menschen unter Husten, Schnupfen und Heiserkeit leiden, profitiert der europäische Marktführer auf dem Gebiet apothekenpflichtiger pflanzlicher Arzneien (sogenannte Phytopharmaka) umso mehr.

          So verzeichnet etwa das Hustenmittel Bronchipret in diesen Tagen Absatzrekorde, die die bisherigen Höchstwerte aus der ersten Februarwoche 2017 um mehr als 40 Prozent übertreffen. Und auch Sinupret, das noch deutlich umsatzstärkere Mittel zur Behandlung entzündeter Nasennebenhöhlen, findet derzeit reißenden Absatz. „Wir sind aber nach wie vor lieferfähig“, versicherte der promovierte Pharmazeut Popp während der Vorlage des Jahresberichts in Düsseldorf. Engpässe, wie es sie speziell bei Bronchipret vor zwei Jahren gegeben habe, seien aus heutiger Sicht nicht zu befürchten.

          Rund zwei Drittel des Absatzes geht ins Ausland

          Nicht nur die augenblickliche Erkältungswelle lässt das Familienunternehmen optimistisch auf den weiteren Jahresverlauf blicken. Zum abermals zweistellig erwarteten Umsatzplus wird nach Einschätzung Popps auch das aus Medizinalhanfblüten gewonnene Betäubungsmittel Dronabinol beitragen. Seit der Gesetzesnovellierung zur Erstattung von Cannabis-Arzneimitteln im vergangenen Frühjahr verbucht Bionorica bei diesem Mittel hohe Zuwachsraten. Die Zahl der mit solchen Arzneimitteln behandelten schwererkrankten Patienten werde noch steigen, sagt er. Weitere Wachstumsimpulse erwartet die Gruppe zudem von neuen Auslandsmärkten sowohl in Europa als auch in Süd- und Mittelamerika. Erfolgreich gestartet sei man auf dem iranischen Markt.

          Im vergangenen Jahr hat Bionorica den Umsatz um fast 18 Prozent auf rund 298 Millionen Euro gesteigert. Speziell in Deutschland sei das Unternehmen abermals stärker gewachsen als der Markt und habe seine Marktführerschaft im Bereich der pflanzlichen Atemwegpräparate weiter ausbauen können. Rund Zwei Drittel des Absatzes geht allerdings ins Ausland, wobei Russland der international größte Absatzmarkt ist. Es habe sich bewährt, an dem russischen Markt trotz wirtschaftspolitisch schwieriger Umstände festzuhalten, meinte Popp mit Blick auf die deutliche Erholung des russischen Geschäfts.

          Ergebniszahlen nennt das Unternehmen grundsätzlich nicht. Der Inhaber verweist aber auf eine weiter auf 79 Prozent verbesserte Eigenkapitalquote, die ein Wachstum aus eigener Kraft erlaube. So steckt das Unternehmen jährlich 13 bis 15 Prozent seines Umsatzes in die Forschung und Entwicklung. Mit mehr als 40 Millionen Euro will Bionorica in diesem Jahr zudem so viel investieren wie nie zuvor. Unter anderem werden die Unternehmenszentrale sowie der Forschungsstandort Innsbruck ausgebaut. Zudem auch ein neues Werk im russischen Woronesch errichtet.

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